21.08.2015 | Atypische Beschäftigung

Zahl der Zeitarbeiter und befristet Beschäftigten rückläufig

Atypischer Arbeitnehmer: Die Zahl der Befristungen, geringfügig Beschäftigten und Zeitarbeiter ist rückläufig.
Bild: Image Source Limited

Mehr Normalarbeitsverhältnisse, weniger sogenannte atypisch Beschäftigte: Das ergeben die Zahlen, die das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr veröffentlicht hat. Allerdings: Prozentual sind die meisten regulären Jobs nicht für Vollzeitbeschäftigte entstanden.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr fast eine halbe Million zusätzliche reguläre Jobs entstanden. Die Zahl der Erwerbstätigen in einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis – unbefristet, voll sozialversicherungspflichtig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden – stieg um rund 452.000 auf 24,5 Millionen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Mehr Teilzeitjobs, mehr Vollzeitbeschäftigte?

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist, dass die Zahl der Beschäftigten mit einem Teilzeitjob von mehr als 20 Stunden um 12,3 Prozent auf 3,2 Millionen angestiegen ist – Frauen sind hier überrepräsentiert. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten erhöhte sich – zumindest relativ nur – um rund 0,5 Prozent auf 21,3 Millionen.

Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten sank 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 132 000 Personen auf 7,5 Millionen. Dazu zählen befristet Beschäftigte, Teilzeit mit bis zu 20 Wochenstunden, geringfügig Beschäftigte sowie Zeitarbeiter. Damit habe sich der seit 2012 beobachtete Rückgang fortgesetzt, erklärten die Statistiker.

Atypische Jobs: Vor allem Frauen beschäftigt

Vor allem Frauen arbeiten in diesen Jobs: Während nur 11,6 Prozent der erwerbstätigen Männer "atypisch" beschäftigt waren, lag der Anteil der Frauen bei 31,6 Prozent. Gerade bei den Teilzeitbeschäftigten wünschen sich viele Frauen mehr Arbeit. Von den 1,6 Millionen - nach eigener Einschätzung unterbeschäftigten - Teilzeitkräften sind dem Statistischen Bundesamt zufolge rund drei Viertel weiblich. Die Auswertung beruht auf Ergebnissen des Mikrozensus.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der atypisch Beschäftigten im vergangenen Jahr leicht gestiegen sei. Das WSI erfasst alle Teilzeitjobs, unabhängig von der wöchentlichen Arbeitsdauer, unter dieser Rubrik.

Schlagworte zum Thema:  Atypische Beschäftigung, Vollzeitjob, Arbeitsverhältnis

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