Weiberfastnacht – Tätlichkeiten zum Abwehren des Krawatte-Abschneidens kann eine Kündigung rechtfertigen

LAG Düsseldorf, Urteil v. 22.12.2015, 13 Sa 957/15

Auch im Karneval sind Tätlichkeiten bei Streit unter Kollegen nicht erlaubt.

Sachverhalt

Im vorliegenden Fall versuchten 2 Kolleginnen des schwerbehinderten Klägers, der seit 1987 als Einkaufssachbearbeiter für das Unternehmen tätig war, bei der Karnevalsfeier 2005 zur Weiberfastnacht mehrfach, ihm die Krawatte abzuschneiden. Da dieser dies nicht wollte, kam es später zu einer Auseinandersetzung zwischen diesem Mitarbeiter und einem anderen Kollegen. Hierbei wurde der Kollege an der Stirn verletzt, in den Unterleib getreten und in das Gesicht geschlagen, zudem der Inhalt eines Bierglases in das Gesicht geschüttet, um ihm dann das leere Bierglas mit der Vorderseite in das Gesicht zu stoßen. Aufgrund des Vorfalls kündigte der Arbeitgeber dem Kläger, nachdem er die erforderliche Zustimmung des Integrationsamtes eingeholt hatte. Der Kläger, der hiergegen klagte, verteidigte sein Vorgehen damit, dass er von einer der Damen, die ihm die Krawatte abschneiden wollten, und dem nun geschädigten Kollegen beleidigt worden war.

Die Entscheidung

Die Klage hatte keinen Erfolg; denn auch zu Karneval sind solch massive Tätlichkeiten nicht erlaubt.

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