Wartezeit (§ 1 Abs. 1 KSchG)

BAG, Urteil v. 20.2.2014, 2 AZR 859/11

Zeiten, in denen ein Leiharbeitnehmer in den Betrieb eines Entleihers eingegliedert war, werden in einem späteren Arbeitsverhältnis zwischen ihm und dem Entleiher regelmäßig nicht auf die Wartezeit des § 1 Abs. 1 KSchG angerechnet.

Die Wartezeit für den Erwerb des Kündigungsschutzes beträgt gem. § 1 Abs. 1 KSchG 6 Monate. Die Zeit als Leiharbeitnehmer ist auch dann nicht auf die Wartezeit anzurechnen, wenn sich das Arbeitsverhältnis nahtlos an die Überlassung anschließt und der Arbeitnehmer durchgängig in demselben Betrieb tätig war; denn Sinn und Zweck der 6-monatigen Wartezeit ist es, den Parteien des Arbeitsverhältnisses zu ermöglichen, ob sie sich auf Dauer vertraglich binden wollen. Dieser Zweck kann typischerweise nur erreicht werden, wenn der Arbeitgeber während der Beschäftigung des Arbeitnehmers nicht nur dessen Arbeitsleistung, sondern auch dessen sonstiges Verhalten zur ordnungsgemäßen Vertragserfüllung aus eigener Kenntnis beurteilen kann.

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