Versetzung / 4.4 Anhörung

Wenn der Arbeitnehmer an einen anderen als den bisherigen Dienstort versetzt werden soll, ist er vor dieser Maßnahme zu hören (§ 4 Abs. 1 TVöD).

Die Voraussetzungen und der Ablauf dieser Obliegenheit für den Arbeitgeber sind im Tarifvertrag nicht weiter erläutert. Nach den Auslegungsgrundätzen des Bundesarbeitsgerichts bedeutet der Begriff "zu hören" nicht, lediglich dem Arbeitnehmer die Versetzung bzw. Abordnung schlicht mitzuteilen. Durch die vorherige Anhörung des Arbeitnehmers soll sichergestellt werden, dass der Arbeitgeber die belastenden Folgen der beabsichtigten Maßnahmen richtig einschätzt und seine Entscheidung aufgrund einer alle wesentlichen Umstände berücksichtigenden Interessenabwägung treffen kann.

 
Hinweis

Erachten Sie die Anhörung nicht als bloße Formsache. Entscheidend ist, dass der Arbeitgeber nach erfolgter Anhörung die möglichen Einwendungen des Arbeitnehmers in seine endgültige Entscheidungsfindung einfließen lässt.

Zwar führt eine unterlassene oder grob fehlerhafte Anhörung nicht zur Nichtigkeit der Versetzung oder Abordnung, doch handelt es sich bei der Anhörung um eine tarifvertragliche Pflicht, deren schuldhafte Verletzung zur Schadensersatzverpflichtung führen kann.

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