V. Versicherungsabschnitte ... / 9 Entgeltumwandlung – Entgeltmeldung bei bestehender Entgeltumwandlung

Im Rahmen der freiwilligen Versicherung kann der Arbeitgeber auf Wunsch des Beschäftigten, neben der Pflichtversicherung in der Zusatzversorgung, eine Entgeltumwandlung abschließen.

Nach § 3 Nr. 63 EStG können im Jahr Beiträge in Höhe von bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei - und bis zu 4 % sozialversicherungsfrei - in ein kapitalfinanziertes Altersvorsorgeprodukt eingezahlt werden.

Umgewandelte Entgeltbestandteile sind trotz Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit zusatzversorgungspflichtiges Entgelt (§ 62 Abs. 2 Satz 8 MS, § 64 Abs. 4 Satz 2 VBL-S).

Hat ein Beschäftigter also über seinen Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung abgeschlossen, so vermindert sich dadurch sein zusatzversorgungspflichtiges Entgelt nicht.

Es ist zu berücksichtigen, dass ein Pflicht- oder Zusatzbeitrag, der gegebenenfalls zur Finanzierung der Pflichtversicherung von der Zusatzversorgungseinrichtung verlangt wird, ebenfalls nach § 3 Nr. 63 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei ist und damit den Rahmen für eine Entgeltumwandlung mindert. Die steuerfreien (Zusatz)Beiträge des Arbeitgebers gehen stets der Steuerfreiheit von Beiträgen zur Entgeltumwandlung vor.

Der Grenzbetrag nach § 3 Nr. 63 EStG kann steuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich pro Arbeitsverhältnis (außer bei Steuerklasse VI) angewandt werden.

Seit dem 1.1.2018 liegt die Grenze für die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG einheitlich bei 8 % der Beitragsbemessungsgrenze; sozialabgabenfrei bleiben 4 %. Die Unterscheidung nach dem Zeitpunkt der Versorgungszusage ist nicht mehr zu treffen. Für Beiträge, die über diesen Grenzwert hinausgehen, kann § 40 b EStG alter Fassung weiterhin angewendet werden.

Für die Entgeltumwandlung im Rahmen der freiwilligen Versicherung ist keine Jahresmeldung zu fertigen.

 

Beispiel Entgeltumwandlung - Altzusage (Mischfinanzierte Zusatzversorgungseinrichtung)

 
Sachverhalt Der Beschäftigte hat über seinen Arbeitgeber eine Entgeltumwandlung von monatlich 150,00 EUR (1.800,00 EUR jährlich) vereinbart.
  Zusatzversorgungspflichtiges Entgelt 40.000,00 EUR jährlich
Lösung Das zusatzversorgungspflichtige Entgelt vermindert sich durch die Entgeltumwandlung nicht.
  Für die Entgeltumwandlung im Rahmen der freiwilligen Versicherung ist keine Jahresmeldung zu fertigen.
 

Der vom Arbeitgeber gezahlte Zusatzbeitrag (4 v.H. aus 40.000,00 EUR) von 1.600,00 EUR ist nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei (Grenzbetrag 2020: 6.624 EUR.

Damit ist auch die Entgeltumwandlung in vollem Rahmen steuerfrei, da der restliche Grenzbetrag für die Steuerfreiheit in Höhe von 5.024 EUR (6.624 EUR - 1.600 EUR) für die Beiträge zur Entgeltumwandlung (1.800 EUR) ausreichend ist.

Bei der Überweisung der Beiträge muss der Arbeitgeber die entsprechenden Steuermerkmale (01 = steuerfrei, 02 = pauschal versteuert, 03 = individuell versteuert) mitteilen.

Die Entgeltumwandlung ist nicht zu melden.
Meldung der Versicherungsabschnitte
Versicherungsabschnitte Buchungsschlüssel ZV-Entgelt Umlage/Beitrag Elternzeitbezogene Kinderzahl
Beginn Ende Einzahler Versicherungsmerkmal Versteuerungsmerkmal EUR Cent EUR Cent  
1.1.2020 31.12.2020 01 10 10 16.426,67 616,00  
1.1.2020 31.12.2020       23.573,33 884,00  
1.1.2020 31.12.2020 01 20 01 40.000,00 1.600,00  

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