V. Versicherungsabschnitte ... / 4 Altersteilzeit

Bei Beginn einer Altersteilzeit wird das bis dahin bestehende Arbeitsverhältnis auf die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit reduziert. Aufgrund der neuen Arbeitszeit ergibt sich das für die Altersteilzeit geltende Brutto-Entgelt. Dieses Entgelt konnte bis 31.12.2009 auf bis zu 83 % des ursprünglichen Bruttoentgelts aufgestockt werden (Aufstockungsbetrag). Als Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sind Beiträge in Höhe von 90 % aus dem Entgelt der vor Beginn der Altersteilzeit bestehenden Beschäftigung zu zahlen. Auch in der Zusatzversorgung entstehen während der Altersteilzeit Rentenanwartschaften in Höhe von 90 % einer Vollbeschäftigung.

Egal ob die Altersteilzeit für die Dauer der vereinbarten Zeit im Teilzeitmodell (mit der Hälfte der ursprünglichen Arbeitszeit für die gesamte Dauer) ausgeübt wird oder aber im Blockmodell (erste Hälfte = volle Weiterbeschäftigung, zweite Hälfte = Freistellungsphase) – in beiden Fällen ist das Arbeitsverhältnis als eine auf die Hälfte reduzierte Beschäftigung zu behandeln.

Zusatzversorgungspflichtiges Entgelt ist der steuerpflichtige Arbeitslohn, der sich aus der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit während der Altersteilzeit ergibt (also Hälfte der bisherigen Arbeitszeit). Der Aufstockungsbetrag ist nicht steuerpflichtig und damit nicht zusatzversorgungsfähig.

4.1 Altersteilzeit nach dem 31.12.2002 vereinbart

Wird Altersteilzeit nach dem 31.12.2002 vereinbart, so ist das zusatzversorgungspflichtige Entgelt, das sich aus der während der Altersteilzeit vereinbarten Arbeitszeit ergibt (also der Hälfte der bisherigen Arbeitszeit) vom Arbeitgeber mit dem Faktor 1,8 zu multiplizieren. Umlagen sind mit Versicherungsmerkmal 23 zu melden, Zusatzbeiträge mit Versicherungsmerkmal 20.

Entgeltbestandteile, die während dieser Altersteilzeit in vollem Umfang ausgezahlt werden (z.B. Überstunden, Erschwerniszuschläge etc.) sind nicht hochzurechnen, da sie ja bereits in vollem Umfang bezahlt wurden. Sie sind in die Meldungen mit Versicherungsmerkmal 23 und 20 zu integrieren.

4.2 Altersteilzeit nach dem TVFlexAZ ab 1.1.2010

Auch nach der Neuregelung der Altersteilzeit durch den Tarifvertrag zur flexiblen Arbeitszeitregelung für ältere Beschäftigte (TV FlexAZ) v. 27.2.2010 bleibt es bei der Hochrechnung des Altersteilzeitentgelts mit dem Faktor 1,8.

 
Praxis-Beispiel
 
Sachverhalt Die Altersteilzeit wurde im Januar 2018 vereinbart vom 1.8.2018 bis 31.7.2020.
Die Arbeitsphase endet am 31.7.2019.
Das monatliche Arbeitsentgelt aus Vollzeitbeschäftigung betrug 3.000,00 EUR.
In der Zeit vom 1.8.2018 bis zum 31.12.2018 wurden Überstunden von monatlich 50,00 EUR ausgezahlt.
Jahressonderzahlung 2018: 1.500,00 EUR
Umlagesatz 4,75%; Zusatzbeitrag: 4%

Lösung

Das tatsächliche Entgelt während der ab 2018 vereinbarten Altersteilzeit ist vom Arbeitgeber mit dem Faktor 1,8 hochzurechnen und entsprechend zu melden.
Das Entgelt für die Überstunden ist nicht hochzurechnen, da es bereits voll ausgezahlt wurde. Es ist dem hochgerechneten Entgelt der Altersteilzeitbeschäftigung hinzuzurechnen.
 
1.500 EUR × 5 (Monate) = 7.500 EUR × 1,8 = 13.500 EUR  
Jahressonderzahlung 1.500 EUR × 1,8 = 2.700 EUR  
Überstunden 250 EUR  
  16.450 EUR  
Meldung der Versicherungsabschnitte
Versicherungsabschnitte Buchungsschlüssel ZV-Entgelt Umlage/Beitrag Elternzeitbezogene Kinderzahl
Beginn Ende Einzahler Versicherungsmerkmal Versteuerungsmerkmal EUR Cent EUR Cent  
      Jahresmeldung 2018    
1.1.2018 31.7.2018 01 10 10 19.346,67 725,50  
1.1.2018 31.7.2018 01 10 11 1.653,33 62,00  
1.1.2018 31.7.2018 01 20 01 21.000,00 840,00  
1.8.2018 31.12.2018 01 23 10 16.450,00 616,88  
1.8.2018 31.12.2018 01 20 01 16.450,00 658,00  

4.3 Altersteilzeit in Sonderfällen

Wird auf Grund einer Einzelregelung ein Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt, der den Mindestbeitrag von 90 % des Entgelts, das der Bemessung des Altersteilzeit-Entgelts zugrunde liegt, übersteigt, ist das zusatzversorgungspflichtige Entgelt so zu erhöhen, dass entsprechend mehr Versorgungspunkte auch in der Zusatzversorgung erworben werden. Bei einer Aufstockung auf beispielsweise 95 % ist das zusatzversorgungspflichtige Entgelt um den Faktor 95/90 zu erhöhen. Von diesem erhöhten Entgelt sind Umlagen zu entrichten.

Auch in der seit dem 1.1.2010 geltenden Altersteilzeit ist das Altersteilzeitentgelt mit einem Faktor 1,8 auf 90 % des ursprünglichen vollen Entgelts hochzurechnen. Aus dem so errechneten Entgelt sind dann Umlagen und Zusatzbeträge zu zahlen.

Bei einer Altersteilzeitvereinbarung nach dem 31. 12. 2002 muss der Arbeitgeber das um den Faktor 95/90 erhöhte zusatzversorgungspflichtige Entgelt zusätzlich mit dem Faktor 1,8 multiplizieren und aus diesem erhöhten Entgelt Umlagen und Zusatzbeiträge abführen.

 

Beispiel: Vereinbarung der Altersteilzeit nach dem 31.12.2002 mit Beitrag über 90 % in der gesetzlichen Rentenversicherung

 
Sachverhalt Die Altersteilzeit wurde im Januar 2018 vereinbart vom 1.8.2018 bis 31.7.2020. Die Arbeitsphase endet am 31.7.2019.
 

Das monatliche Arbeitsentgelt aus Vollzeitbeschäftigung betrug 3.000,00 EUR. Mit dem Beschäftigten wurde vereinbart, dass 95 % Beitrag in ...

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