Rz. 3

Gem. § 24 Abs. 2 Satz 1 KSchG stellt die Gesamtheit aller See- oder Binnenschiffe eines Schifffahrtsbetriebs oder der Luftfahrzeuge eines Luftverkehrsbetriebs abweichend vom Betriebsbegriff des § 23 KSchG einen einzigen Betrieb dar. Die Vorschrift fingiert damit einen Betrieb, ohne dass es darauf ankommt, ob die einzelnen Schiffe oder Luftfahrzeuge tatsächlich in arbeitstechnischer oder organisatorischer Hinsicht eine Einheit darstellen (vgl. LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 16.11.2010, 7 S 1354/10[1]). Ferner kommt es bei der Qualifikation eines Betriebes als Luftverkehrsbetrieb i. S. d. § 24 Abs. 2 Satz 1 KSchG nicht auf die Organisation des Betriebes im Inland an (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 26.3.2015, 26 Sa 1513/14LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 26.3.2015, 26 Sa 1632/14[2]). Eine Stationierung aller Luftfahrzeuge des Betriebs in Deutschland oder auch ein Einsatz derselben im deutschen Luftraum ist mithin nicht notwendig – Voraussetzung ist allein, dass deutsches Recht und damit zugleich das KSchG Anwendung findet (so das LAG Berlin-Brandenburg zur Einordnung der englischen easyJet Company Limited als Betrieb nach § 24 Abs. 2 Satz 1 KSchG; LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 26.3.2015, 26 Sa 1513/14; LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 26.3.2015, 26 Sa 1632/14[3]). Nichts anderes kann für Schifffahrtsbetriebe gelten. Eigenständigkeit besitzen demgegenüber grds. Bodenbetriebe (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 16.11.2010, 7 Sa 1354/10[4]) und Landbetriebe (BAG, Urteil v. 28.2.1991, 2 AZR 517/90, juris[5]), die der Vorschrift des § 24 Abs. 2 Satz 1 KSchG nicht unterliegen.

[1] BeckRS 2011, 69136.
[2] BeckRS 2015, 72029, Rz. 5.
[3] BeckRS 2015, 72029, Rz. 5.
[4] BeckRS 2011, 69136.
[5] RzK I 4c 14, Bestätigung von BAG, Urteil v. 28.12.1956, 2 AZR 207/56, AP KSchG § 22 Nr. 1.

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