Schichtarbeit / 1.2.3.2 Nicht ständige Wechselschichtarbeit

§ 8 Abs. 5 Satz 2 TVöD regelt, dass Beschäftigte, die nicht ständig Wechselschichtarbeit leisten, eine Wechselschichtzulage von 0,63 EUR pro Stunde erhalten (stundenweise Zulage).

Dies betrifft diejenigen Beschäftigten, die nur vertretungsweise oder vorübergehend Wechselschichtarbeit leisten. Die Zahlung der stundenweise Zulage setzt damit voraus, dass der Beschäftigte im tariflichen Sinne vertretungsweise oder vorübergehend die Arbeit nach einem Schichtplan, der einen regelmäßigen Wechsel der täglichen Arbeitszeit in Wechselschichten vorsieht, erbracht hat; weiter muss die persönliche Voraussetzung (Heranziehung zu Nachtschichten i. S. d. § 7 Abs. 1 TVöD) tatsächlich auch vorliegen. Nicht erforderlich ist es, dass der Beschäftigte mindestens einen ganzen Monat Wechselschichtarbeit geleistet hat. Teilweise wird die Auffassung vertreten, "dass zumindest einmal der Monatszeitraum des § 7 Abs. 1 Satz 1 TVöD erfüllt sein muss". Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden, da § 7 Abs. 1 Satz 1 TVöD nicht vorschreibt, dass Arbeit in der Nachtschicht über einen bestimmten "Mindestzeitraum" zu erbringen ist, sondern dass der "Beschäftigte durchschnittlich längstens nach Ablauf eines Monats erneut zur Nachtschicht herangezogen wird". Außerdem handelt es sich bei der Wechselschichtzulage für nicht ständige Wechselschichtarbeit um eine stundenweise Zulage und gerade nicht um eine Monatspauschale. Für die Annahme, dass die Tarifvertragsparteien die Zahlung dieser Zulage an einen "Mindestzeitraum" geknüpft haben, findet sich im Tarifvertrag kein Anhalt.

 

Beispiele:

Ein Beschäftigter eines Tiefbauamts arbeitet in einem Arbeitsbereich, der nach Schichtplan Wechselschicht vorsieht. Aus familiären Gründen arbeitet er dort regelmäßig nur in der Frühschicht (6.00 Uhr – 14.00 Uhr). Als Urlaubsvertretung oder zur Vertretung eines erkrankten Kollegen wird er für die Dauer:

Fall A) von 3 Wochen wechselweise in der Früh- und Spätschicht sowie je einmal in der Woche auch in der Nachtschicht (22.00 Uhr – 6.00 Uhr) eingesetzt.

Fall B) von 3 Wochen weiter in der Frühschicht sowie je einmal in der Woche auch in der Nachtschicht (22.00 Uhr – 6.00 Uhr) eingesetzt.

Fall C) von 3 Wochen wechselweise in der Frühschicht und in der Spätschicht (14.00 Uhr – 22.00 Uhr) eingesetzt.

Der Beschäftigte hat im Fall A) für die Dauer der Vertretung im tariflichen Sinne (nicht ständig) Wechselschichtarbeit geleistet; er hat somit für alle in der Wechselschicht geleisteten Arbeitsstunden (Früh-, Spätschicht und Nachtschicht bzw. Früh- und Nachtschicht) Anspruch auf die stundenweise Zulage.

In den Fällen B) und C) liegen dagegen die tariflichen Voraussetzungen für die Zahlung der Wechselschichtzulage nicht vor. Allerdings sind in beiden Fällen die Voraussetzungen für die Zahlung der Schichtzulage nach § 8 Abs. 6 Satz 2 gegeben.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt TVöD Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich TVöD Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge