Sauer, SGB II § 7 Leistungsberechtigte

0 Rechtsentwicklung

 

Rz. 1

Die Vorschrift trat mit Art. 1 des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt v. 24.12.2003 (BGBl. I S. 2954) am 1.1.2005 (Art. 61 Abs. 1 des genannten Gesetzes) in Kraft.

Abs. 3 ist durch das Kommunale Optionsgesetz v. 30.7.2004 (BGBl. I S. 2014) zum 6.8.2004 (Art. 1 Nr. 7, Art. 17) geändert worden. Diese Änderung wurde jedoch erst mit Inkrafttreten des § 7 am 1.1.2005 wirksam. Durch das Gesetz zur Änderung des SGB II und anderer Gesetze v. 24.3.2006 (BGBl. I S. 558) wurden Abs. 1 Satz 2 mit Wirkung zum 1.4.2006, Abs. 3 Nr. 2 und 4 mit Wirkung zum 1.7.2006 neu gefasst.

Durch das Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitsuchende v. 20.7.2006 (BGBl. I S. 1706) wurden mit Wirkung zum 1.8.2006 Abs. 3 geändert, Abs. 4 neu gefasst sowie Abs. 3a und 4a eingefügt.

Abs. 1 wurde mit Wirkung zum 28.8.2007 durch das Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union v. 19.8.2007 (BGBl. I S. 1969) geändert.

Durch das Gesetz zur Anpassung der Regelaltersrente an die demographische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz) v. 20.4.2007 (BGBl. I S. 554) wurde Abs. 1 erneut mit Wirkung zum 1.1.2008 geändert.

Abs. 6 wurde zum 1.1.2008 durch das 22. Gesetz zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (22. BAföGÄndG) v. 23.12.2007 (BGBl. I S. 3254) geändert.

Durch die Neuorganisation der Grundsicherung für Arbeitsuchende zum 1.1.2011 ist die Vorschrift nicht verändert worden. In diesem Zusammenhang sind jedoch die Überschrift, Abs. 1 bis 3, 5 und 6 durch das Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch v. 24.3.2011 (BGBl. I S. 453) mit Wirkung zum 1.4.2011 geändert und Abs. 4a neu gefasst worden. § 7 Abs. 2 Satz 3 n. F. ist jedoch bereits am 1.1.2011 in Kraft getreten. Durch die Änderungen zum 1.4.2011 ist die Vorschrift auch geschlechtsneutral ausformuliert worden.

Durch das Neunte Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch – Rechtsvereinfachung – sowie zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (9. SGB II-ÄndG) v. 26.7.2016 (BGBl. I S. 1824) wurden die Abs. 5 und 6 mit Wirkung zum 1.8.2016 neu gefasst.

Abs. 1 wurde durch das Gesetz zur Regelung von Ansprüchen ausländischer Personen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch und in der Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch v. 22.12.2016 (BGBl. I S. 3155) mit Wirkung zum 29.12.2016 neu gefasst.

Durch das Gesetz zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes v. 8.7.2019 (BGBl. I S. 1025) wurde Abs. 5 mit Wirkung zum 1.8.2019 geändert.

1 Allgemeines

 

Rz. 2

Die Vorschrift regelt anhand der grundsätzlichen Leistungsvoraussetzungen den Kreis der Berechtigten, die Leistungen nach dem SGB II in Anspruch nehmen können. Zugleich wird damit definiert, welchem Personenkreis der Zugang zur Grundsicherung für Arbeitsuchende verschlossen bleiben soll. Daneben regeln spezielle Bestimmungen in der Norm, wer darüber hinaus von den Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen wird. Leistungen werden an Bedarfsgemeinschaften gewährt, ohne dass der individuelle Anspruch jedes einzelnen Mitglieds der Bedarfsgemeinschaft berührt würde. Es genügt aber grundsätzlich für die gesamte Bedarfsgemeinschaft, dass eine Person der Bedarfsgemeinschaft die Anspruchsvoraussetzung der Erwerbsfähigkeit erfüllt. Fehlende Verfügbarkeit in subjektiver Hinsicht in Bezug auf die Arbeitsbereitschaft hat keine Bedeutung für die Anspruchsvoraussetzungen auf das Arbeitslosengeld (Alg) II (LSG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 6.3.2014, L 31 AS 1348/13). Allerdings können nur erwerbsfähige Personen Alg II erhalten, die übrigen noch zur Bedarfsgemeinschaft gehörenden Personen können ggf. Sozialgeld beanspruchen. Auf die persönliche Qualifikation sowie andere integrationsstützende und -hemmende Faktoren kommt es nicht an (vgl. dazu z. B. BT-Drs. 18/6267, 18/6420 und 18/6439). Bei Ausübung des Umgangsrechts mit Kindern (nach der Trennung vom Partner) genügen nur zeitweise bestehende Bedarfsgemeinschaften (sog. temporäre Bedarfsgemeinschaften). Eine gesetzliche Regelung der Ansprüche in diesen Fällen durch das 9. SGB II-ÄndG zum 1.8.2016 ist gescheitert, bei den Ausschussberatungen wurde ein entsprechender Änderungsantrag nicht beschlossen. In 2017 sind aber weitgehend mit dem Änderungsantrag übereinstimmende untergesetzliche Regelungen für die Jobcenter in Kraft gesetzt worden. Allerdings müssen die Leistungen für das Kind zum Umgangsrecht mit einem Elternteil von dem Kind, nach Maßgabe des § 1629 BGB von den Eltern vertreten, geltend gemacht werden. Besonderheiten sind bei den Leistungen für Bildung und Teilhabe nach § 28 zu beachten. Soll der Antragsteller leistungsrelevante Unterlagen vorlegen und ist für diesen Fall Leistungsunwilligkeit des Jobcenters nicht zu erkennen, bedarf es keines einstweiligen Rechtsschutzes (LSG B...

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