Sauer, SGB II § 38 Vertretu... / 2.1.1 Voraussetzung der Vermutungswirkung
 

Rz. 3

Abs. 1 Satz 1 enthält die Vermutung einer rechtsgeschäftlichen Vertretungsvollmacht für die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft (Schoch, in: Münder, SGB II, § 38 Rz. 3; Kallert, in: Gagel, SGB II, § 38 Rz. 11; Silbermann, in: Eicher/Luik, SGB II, § 38 Rz. 12). Die widerlegbare Vermutung gilt für den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Bedarfsgemeinschaft. Für die Vertretungsbefugnis des erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist entscheidend, dass dieser Mitglied der Bedarfsgemeinschaft ist. Dies gilt nach der Rechtsprechung unabhängig davon, ob er selbst Leistungen beanspruchen kann (BSG, Urteil v. 22.8.2013, B 14 AS 78/12 R; BSG, Urteil v. 15.4.2008, B 14/7b AS 58/06 R; Valgolio, in: Hauck/Noftz, SGB II, § 38 Rz. 6; krit. dazu Kallert, a. a. O., Rz. 13, der in Anbetracht der Eindeutigkeit des Wortlauts von Abs. 1 Satz 1 – "...erwerbsfähige Leistungsberechtigte..." berechtigte Zweifel anmeldet, ob eine solche Auslegung vertretbar ist). Endet die Mitgliedschaft zur Bedarfsgemeinschaft endet auch die Vertretungsbefugnis (Schoch, a. a. O., Rz. 6).

 

Rz. 4

Der Bevollmächtigte muss verfahrensfähig sein (h. M. vgl. Kallert, in: Gagel, SGB II, § 38 Rz. 14 m. w. N.; a. A. Silbermann, in: Eicher/Luik, SGB II, § 38 Rz. 14, der eine beschränkte Handlungsfähigkeit nach § 11 Abs. 1 Nr. 2 für ausreichend erachtet). Ist unklar, ob überhaupt eine Bedarfsgemeinschaft vorliegt bzw. ob einzelne Personen der Bedarfsgemeinschaft angehören, liegen die Voraussetzungen nach Abs. 1 Satz 1 nicht vor (Schoch, in: Münder, SGB II, § 38 Rz. 8 m. w. N.; Silbermann, a. a. O., Rz. 20; Kallert, a. a. O., Rz. 16).

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