Personalakten / 7.2 Vertraulichkeit gegenüber Dritten

Eine rechtliche Verpflichtung einem anderen Arbeitgeber gegenüber, Auskunft über Leistung und Verhalten eines (ehemaligen) Mitarbeiters zu erteilen, besteht nicht.

Der Arbeitgeber ist allerdings hierzu berechtigt, auch ohne Einverständnis des Beschäftigten. Die Auskunft muss wahr sein. Er darf sie auch dann geben, wenn sie dem Beschäftigten schadet. Etwas anderes gilt, wenn der Arbeitgeber sich gegenüber dem Beschäftigten verpflichtet hat, derartige Auskünfte zu unterlassen. Auf Verlangen ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Beschäftigten Kenntnis von der erteilten Auskunft zu geben und ihm bei schriftlich erteilter Auskunft Einsicht in einen Durchschlag zu gestatten.

Gegenüber dem Mitarbeiter ist der Arbeitgeber verpflichtet, aufgrund seiner Fürsorgepflicht und seiner Pflicht, beim beruflichen Fortkommen behilflich zu sein, auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses einem Dritten gegenüber Auskunft zu geben, wenn das besondere Interesse des Mitarbeiters dies erfordert und die Auskunft nicht mit besonderer Mühe verbunden ist. Die Auskunftspflicht besteht nicht, wenn der neue Arbeitgeber lediglich eine allgemeine Auskunft verlangt oder das Arbeitsverhältnis bereits seit längerer Zeit beendet ist. Hier hat der Arbeitgeber aber den Anfragenden auf das Zeugnis zu verweisen und muss dabei deutlich machen, warum die Auskunftserteilung nicht erfolgt (z. B. fehlende Erinnerung).

 
Praxis-Tipp

Die Auskünfte dürfen sich nur auf Leistung und Verhalten während des Arbeitsverhältnisses beziehen. Personenbezogene Daten sollten Sie grundsätzlich nur mit Zustimmung des Beschäftigten weitergeben.

Kein Informationsrecht haben Kreditinstitute, Gläubiger (Ausnahme: Drittschuldnerauskunft), Familienmitglieder.

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