Aufgrund der Corona-Pandemie stehen viele Unternehmen weiterhin vor ernsthaften wirtschaftlichen Problemen, die existenzbedrohend sein können. Davon sind alle Branchen und Wirtschaftszweige mehr oder weniger betroffen. Aufgrund der staatlich verordneten Einschränkungen bzw. Betriebsschließungen brechen Umsätze massiv ein oder fallen ganz weg. Demgegenüber laufen die Kosten der Unternehmen, z. B. für Personal, Gebäude und Anlagegüter im Wesentlichen weiter.

Für Beschäftigte und Unternehmen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie wirtschaftlich betroffen sind, hat die Bundesregierung ein Hilfsprogramm auf den Weg gebracht. Das Hilfsprogramm[1] mit Auswirkungen auf die Liquidität der Unternehmen besteht aus:

  • Flexibleres Kurzarbeitergeld

    derzeit bis 31.3.2022[2]

  • Liquiditätshilfe für Unternehmen

Für Selbstständige und Unternehmen bieten Bund und Länder derzeit eine Reihe steuerlicher Entlastungen an. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Auf Antrag Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer für das laufende Jahr.
  • Stundung[3] fälliger Steuerzahlungen, wobei die Finanzämter teilweise oder völlig auf die Stundenzinsen von 0,5 % pro Monat verzichten können.

    BMF-Schreiben vom 7.12.2021[4]

    Das gilt neben Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer auch für die Umsatzsteuer. Die Unternehmen müssen allerdings die Zahlungsunfähigkeit durch die Corona-Pandemie nachweisen. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen sollen keine strengen Maßstäbe angelegt werden.

  • Erlass von Säumniszuschlägen[5].
  • Das Finanzamt kann auf Antrag die Vorauszahlung der Gewerbesteuer für Unternehmen auf null setzen.
  • Erstattung von Sozialbeiträgen für ausgefallene Arbeitsstunden in Höhe von 50 %. Entscheidung durch die Krankenkasse im Einzelfall. Zusätzliche Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Weiterbildung. Arbeitgebern werden weitere 50 % der Sozialversicherungsbeiträge erstattet, wenn ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit an einer geförderten beruflichen Weiterbildung nach § 106a SGB III teilnehmen.
 
Hinweis

Corona-Krise muss Grund für finanziellen Engpass sein

Wichtig: Als Unternehmer oder Selbstständiger müssen Sie dem Finanzamt nachweisen, dass die Corona-Krise ursächlich für die finanziellen Engpässe ist. Anträge auf Steuerstundungen können beim Finanzamt in den meisten Fällen auch online gestellt werden.

  • Kredite und Bürgschaften

    Vergeben werden Darlehen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau[6]

    Das KfW-Sonderprogramm versorgt Unternehmen mit lebensnotwendiger Liquidität. Wegen der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage verlängert die KfW das Programm bis zum 30.4.2022 bei gleichzeitiger Erhöhung der Kreditobergrenzen.

  • Hilfspaket für Solo-Selbstständige und Kleinstfirmen

    Die Bundesregierung unterstützt auch weiterhin Soloselbstständige und Unternehmen, die starke Umsatzeinbußen in der Corona-Pandemie verzeichnen. Die Maßnahmen umfassen die Überbrückungshilfe IV, die Neustarthilfe 2022, den Wirtschaftsstabilisierungsfonds, Härtefallhilfen, das KfW-Sonderprogramm sowie besondere Unterstützung für die Veranstaltungsbranche, Messen, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen sowie den Profisport.

  • Informationen für Unternehmen

    • Erster Anlaufpunkt sind die regionalen Industriehandelskammern (IHKs), die sowohl Hilfe für Mitgliedsunternehmen, aber auch für Außenstehende bieten. Die zuständige Kammer findet man im Internet unter "IHK-Finder"
    • Daneben bieten auch die Handwerkskammern und die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Kommunen bzw. Landkreise Informationen für Unternehmen und Selbstständige an. Diese Informationen sind in der Regel kostenlos.
    • Darüber hinaus kann es insbesondere für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige sinnvoll sein, ihren Steuerberater mit der Abwicklung zu beauftragen, auch wenn dies mit Kosten verbunden ist.
    • Unternehmen, die bereits über einen Online-Shop verfügen, sollten den Verkauf ihrer Produkte verstärkt über diesen Weg nutzen. Eine weitere Möglichkeit ist, die verstärkte Lieferung an den Endkunden.
[1] Hotline des Bundesfinanzministeriums: 030/186158000
[3]

S. Stundung.

[6] KfW-Hotline: 0800-5399001

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