Für Lehrer gelten ebenfalls die Regelungen zum Erholungsurlaub gemäß § 26 TVöD. Durch § 51 Nr. 3 Abs. 1 TVöD BT-V (VKA) und § 49 Nr. 3 Abs. 1 TVöD BT-V (Bund) wird jedoch der Zeitrahmen konkretisiert, in dem der Urlaub genommen werden kann. Der Urlaub ist daher grundsätzlich in den Schulferien zu nehmen.

Für eine Inanspruchnahme der Lehrkraft während der den Urlaub in den Schulferien übersteigenden Zeit gelten die Bestimmungen für die entsprechenden Beamten. Sind entsprechende Beamte nicht vorhanden, regeln dies die Betriebsparteien in der Schule.

Tage einer durch Krankheit oder Unfall verursachten Arbeitsunfähigkeit werden nicht auf den Urlaub angerechnet. Die Lehrkraft ist jedoch verpflichtet, ihre Arbeitsunfähigkeit unverzüglich anzuzeigen, um die während der Schulferien aufgrund der Arbeitsunfähigkeit nicht abgegoltenen Urlaubstage feststellen zu können. Wird die Arbeitsfähigkeit innerhalb der Schulferien wiederhergestellt, so wird der insoweit noch zustehende Urlaub durch die restliche Zeit der Schulferien abgegolten. Wird die Arbeitsfähigkeit der Lehrkraft erst nach dem Ende der Schulferien wiederhergestellt, hat sie sich unmittelbar danach zur Arbeitsleistung zur Verfügung zu stellen. Reichen die restlichen Schulferientage zur Abgeltung des Urlaubs nicht aus, ist der restliche Urlaub außerhalb der Schulferien zu gewähren.

In den Urlaubsbestimmungen für die Beamten ist der Erholungsurlaub durchweg in der Weise geregelt, dass bei Lehrern an öffentlichen Schulen der Erholungsurlaub einschließlich eines Zusatzurlaubs durch die Schulferien abgegolten wird. Jedoch steht den Lehrern grundsätzlich kein längerer Erholungsurlaub zu als den sonstigen Beamten ihrer Besoldungsgruppe. Sie können daher während der Schulferien auch zu Diensten in Anspruch genommen werden bis zur Grenze der ihnen zustehenden Urlaubstage. Insofern kann der Beschäftigte gemäß § 51 Nr. 3 Abs. 2 TVöD BT-V (VKA) und § 49 Nr. 3 Abs. 2 TVöD BT-V (Bund) in dieser Zeit in Anspruch genommen werden. Soweit die Lehrkraft daher nicht aus anderen Gründen – wie etwa krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit oder wegen tatsächlichen beantragten Urlaubs – von der Arbeitspflicht befreit ist, ist der Arbeitgeber berechtigt, ihre Anwesenheit in der Schule aus dienstlichen Gründen auch während der Schulferien anzuordnen. Schulferien sind keine arbeitsfreie Zeit. Während ihrer Dauer findet nur kein Unterricht statt. Die Lehrkraft bleibt deshalb grundsätzlich zur Erledigung aller arbeitsvertraglich geschuldeten Tätigkeiten verpflichtet.[68h] Sind entsprechende Beamte nicht vorhanden, können die Betriebsparteien in der Schule dies regeln.

Für den Fall, dass der Arbeitgeber keinen Bedarf an einer Beschäftigung während der Schulferien hat, kann Sonderurlaub nach § 28 TVöD oder Arbeitsbefreiung nach § 29 TVöD gewährt werden. Allerdings ist dabei darauf zu achten, dass die Zeit der Schulferien noch ausreicht, um den Urlaub abzugelten, sodass nicht außerhalb der Schulferien noch Urlaub zu gewähren ist.

Scheiden unbefristet angestellte Lehrkräfte während des Schuljahrs, beispielsweise wegen Kündigung, Abschluss eines Aufhebungsvertrags oder wegen Erreichens der Altersgrenze, aus dem Schuldienst aus, haben sie auch keinen Anspruch auf Entgelt für die nach ihrem Ausscheiden liegenden Schulferien. Dies gilt entsprechend für befristet beschäftigte Lehrkräfte, deren Vertrag mit Beginn der Sommerferien endet.[68i]

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