Klose, SGB I § 37 Vorbehalt... / 3 Literatur und Rechtsprechung
 

Rz. 23

Becker, P., Veränderung von Ansprüchen durch Stundung, Niederschlagung und Erlass, SGb 2018 S. 129.

Bley, Eine Vorschrift gefährdet den Zweck der Kodifikation, SGb 1974 S. 224.

Giese, Auswirkungen des Ersten und Zehnten Buches des Sozialgesetzbuches auf das verwaltungsrechtliche Sozialrecht, insbesondere das Sozialhilferecht, ZfSH/SGB 1988 S. 1.

Hinrichs, Spezialnorm vor Generalnorm – ein Streifzug durch das Sozialverwaltungsverfahrensrecht, NZS 2016 S. 339.

Moritz, Zur Geltung der § 56 Abs. 1 S. 1 SGB I – AT und § 58 SGB I – AT bei der Gewährung von Pflegegeld nach dem BSHG, JA 1980 S. 743.

Mrozynski, Das SGB I – ein Projekt von begrenzter Reichweite, SGb 2016 S. 1 (Teil I), S. 69 (Teil II).

Rothkegel, Zur Anwendbarkeit von § 44 SGB X im Sozialhilferecht, ZfSH/SGB 2002 S. 8.

Schnapp, Das Verwaltungsverfahren im Kassenarztrecht, SGb 1985 S. 89.

 

Rz. 24

Keine Nachzahlung von Pflegegeld nach § 69 Abs. 3 BSHG an den Sonderrechtsnachfolger (Abweichung von § 56):

BVerwG, Urteil v. 10.5.1979, 5 C 79.77, BVerwGE 58 S. 68 = NJW 1980 S. 1119.

Keine Anwendung von § 44 SGB X auf das Leistungsrecht des BSHG:

BVerwG, Urteil v. 15.12.1983, 5 C 65/82, BVerwGE 68 S. 285.

Die nachträgliche Berichtigung der Honorarabrechnung unterliegt nicht den Einschränkungen des § 45 SGB X:

BSG, Urteil v. 24.8.1994, 6 RKa 20/93, NZS 1995 S. 187 = NVwZ-RR 1996 S. 42.

Auf die rechnerische und gebührenordnungsmäßige Berichtigung von Honorarbescheiden der Kassenärztlichen Vereinigungen findet § 45 SGB X keine Anwendung:

BSG, Urteil v. 26.1.1994, 6 RKa 29/91, BSGE 74 S. 44.

§ 45 SGB X ist auf Honorarberichtigungsbescheide nicht anwendbar, weil in den auf bundesgesetzlicher Ermächtigung beruhenden vertraglichen Vorschriften über das Verfahren der rechnerischen und sachlichen Prüfung und Richtigstellung der kassenärztlichen Honorarabrechnungen (§ 34 Abs. 1 und 2 Bundesmantelvertrag-Ärzte) eine eigene, abschließende Regelung der Rücknahmevoraussetzungen zu sehen ist, die gemäß § 37 Satz 1 SGB I den allgemeinen verwaltungsverfahrensrechtlichen Bestimmungen über die Rücknahme rechtswidriger Verwaltungsakte vorgeht und deren Anwendung ausschließt:

BSG, Urteil v. 1.2.1995, 6 RKa 9/94, NJW 1995 S. 2435 = SozR 3 – 2500 § 76 Nr. 1 = USK 95118.

Die Rücknahme bestandskräftiger Honorarbescheide unterliegt nicht den Einschränkungen des § 45 Abs. 4 SGB X, sondern richtet sich nach den speziellen gesamtvertraglichen Vorschriften über das Verfahren der rechnerischen und sachlichen Prüfung und Richtigstellung der kassenärztlichen Honorarabrechnungen. Da diese Bestimmungen für die von ihnen erfassten Sachverhalte eine eigene, abschließende Regelung der Rücknahmevoraussetzungen treffen, gehen sie gemäß § 37 Satz 1 SGB I den allgemeinen verwaltungsverfahrensrechtlichen Vorschriften über die Rücknahme rechtswidriger Verwaltungsakte vor und schließen deren Anwendung aus, so dass auch die Handlungsfrist des § 45 Abs. 4 SGB X nicht einzuhalten ist:

BSG, Urteil v. 10.5.1995, 6 RKa 30/94, SozR 3-5525 § 32 Nr. 1 = NZS 1995 S. 134 = Breithaupt 1996 S. 280 = USK 95120.

Die Rückzahlungspflicht des Arbeitgebers, der Ausgleichsbeträge nach § 10 LFZG (jetzt: § 4 AAG) zu Unrecht erhalten hat, ist im LFZG (jetzt Aufwendungsausgleichsgesetz) abschließend geregelt und unterliegt jedenfalls im Regelfall nicht den Einschränkungen des § 45 SGB X:

BSG, Urteil v. 25.9.2000, B 1 KR 2/00 R, SozR 3-7860 § 11 Nr. 1 = Breithaupt 2001 S. 471 = Die Leistungen Beil. 2001 S. 369 = USK 2000-75.

Soweit Honorarbescheide wegen Fehlern im Rahmen der generellen Grundlagen der Honorarverteilung unrichtig sind, richtet sich ihre Korrektur nach den bundesmantelvertraglichen Bestimmungen über die sachlich-rechnerische Berichtigung. Honorarbescheide sind ihrer rechtlichen Natur nach vorläufige Regelungen, auf deren dauerhaften Bestand Vertragsärzte nur in beschränktem Umfang vertrauen können:

BSG, Urteil v. 31.10.2001, B 6 KA 16/00 R = BSGE 89 S. 62 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 42.

Bei der rückwirkenden Korrektur individuell fehlerhafter Rechtsanwendung in Honorarbescheiden (hier Berücksichtigung der Degressionsregelung nach § 85 Abs. 4b SGB V) muss die Kassen(zahn)ärztliche Vereinigung im Rahmen des Honorarberichtigungsverfahrens auf der Grundlage der Vorschriften der Bundesmantelverträge dem Vertrauensschutz der betroffenen Ärzte bzw. Zahnärzte Rechnung tragen (Abgrenzung zu und Weiterentwicklung von BSG, Urteil v. 31.10.2001, B 6 KA 16/00 R = BSGE 89 S. 62 = SozR 3-2500 § 85 Nr. 42, und BSG, Urteil v. 12.12.2001, B 6 KA 3/01 R = BSGE 89 S. 90 = SozR 3-2500 § 82 Nr. 3):

BSG, Urteil v. 30.6.2004, B 6 KA 34/03 R, SozR 4-2500 § 85 Nr. 11 = BSGE 93 S. 69 = SGb 2004 S. 474 = NZS 2005 S. 549 = USK 2004-124.

§ 4 Abs. 1 SchwbG und § 69 SGB IX enthalten nach Sinn und Zweck dieser Vorschriften etwas i. S. d. § 37 Satz 1 SGB I Abweichendes von dem in § 30 Abs. 1 SGB I verankerten Territorialitätsprinzip:

BSG, Urteil v. 5.7.2007, B 9/9a SB 2/07 R, BSGE 99 S. 9 = Breithaupt 2008 S. 251 = SGb 2008 S. 171.

Ändert sich während des laufenden Bewil...

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