Jung, SGB VIII § 78g Schied... / 1.10 Landesrechtliche Verordnungen
 

Rz. 20

Mittlerweile haben alle Länder außer Hessen Verordnungen nach Abs. 4 erlassen. In Hessen findet sich die Grundlage der Schiedsstelle nur in § 4 der Hessischen Rahmenvereinbarung für die Gestaltung der Einzelvereinbarungen über Leistungsangebote, Qualitätsentwicklung und Entgelte nach §§ 78 ff. SGB VIII v. 22.10.2001. Damit ist die Ausgestaltung des Verfahrens einschließlich der Voraussetzungen der Berufung der Mitglieder den Verhandlungspartnern nach § 78f überlassen, was angesichts der zentralen Funktion der Schiedsstelle als neutrale Instanz auch für nicht verbandsgebundene Einrichtungsträger bedenklich ist. Die Schiedsstelle in Hessen entbehrt ihnen gegenüber damit einer wirksamen Rechtsgrundlage, sodass auf dieser Grundlage keine für und gegen nicht verbandsgebundene Dritte wirksamen Schiedssprüche erlassen werden können. Konsequenz ist die unmittelbare Zulässigkeit der Klage zum Verwaltungsgericht, denn ein gesetzwidriges Unterlassen des Landesgesetzgebers kann den Anspruch auf Rechtsschutz nicht aushebeln (Art. 19 Abs. 4 GG).

 

Rz. 22

Im Übrigen sind folgende Rechtsverordnungen in Kraft:

  • Baden-Württemberg: Verordnung der Landesregierung über die Schiedsstelle in Jugendhilfeangelegenheiten v. 18.1.1999 (GBl. S. 53),
  • Bayern: Verordnung über die Schiedsstelle in der Jugendhilfe v. 14.12.1999 (BayGVBl. S. 562),
  • Berlin: Verordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 5.8.1999 (GVBl. S. 480),
  • Brandenburg: Verordnung über die Schiedsstelle des Landes Brandenburg nach § 78g SGB VIII v. 11.3.1999 (GVBl. S. 252),
  • Bremen: Verordnung über die Schiedsstelle nach dem SGB VIII v. 22.12.1998 (GVBl. S. 387),
  • Hamburg: Verordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 15.12.1998 (GVBl. S. 325),
  • Mecklenburg-Vorpommern: Landesverordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 27.5.1999 (GVBl. S. 398),
  • Niedersachsen: Niedersächsische Verordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 22.3.2000 (GVBl. S. 54),
  • Nordrhein-Westfalen: Verordnung über die Schiedsstellen nach § 78g SGB VIII v. 20.4.1999 (GVBl. S. 176),
  • Rheinland-Pfalz: Landesverordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 3.9.1999 (GVBl. S. 231),
  • Saarland: Schiedsstellenverordnung nach dem SGB VIII v. 21.5.1999 (ABl. S. 902),
  • Sachsen: Verordnung der sächsischen Staatsregierung über die Schiedsstelle in der Jugendhilfe v. 13.10.1999 (GVBl. S. 550),
  • Sachsen-Anhalt: Verordnung über die Schiedsstellen in der Jugendhilfe v. 25.9.2000 (GVBl. S. 577),
  • Schleswig-Holstein: Landesverordnung über die Schiedsstelle nach dem SGB VIII v. 13.12.2000 (GVBl. S. 678), geändert durch LVO v. 9.8.2004 (GOVBl. . 300),
  • Thüringen: Thüringer Verordnung über die Schiedsstelle nach § 78g SGB VIII v. 28.1.1999 (GVBl. S. 206).

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