Jung, SGB VIII § 45 Erlaubn... / 2.2.1 Beratung zur Mängelabstellung (Abs. 6 Satz 1 und 2)
 

Rz. 21

Zeigt sich nach Erteilung der Betriebserlaubnis, dass das Kindeswohl in der Einrichtung in absehbarer Zeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nicht mehr gewährleistet ist, so hat die Aufsichtsbehörde (Landesjugendamt) unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit einzugreifen. Hieraus folgt, dass die Aufsichtsbehörde zunächst den Einrichtungsträger nach Abs. 6 Satz 1 über Möglichkeiten zur Abstellung der Mängel beraten soll. Dieser Beratungsauftrag fußt auf dem Gedanken partnerschaftlicher Zusammenarbeit (§ 4 Abs. 1). An der Beratung ist nach Abs. 6 Satz 2 der Träger der Eingliederungshilfe oder der Sozialhilfeträger zu beteiligen, wenn sich die Beseitigung der Mängel auf Entgelte oder Vergütungen nach § 134 SGB IX oder nach § 76 SGB XII, jeweils in der ab 1.1.2020 geltenden Fassung auswirken kann. Der Sozialhilfeträger hat aber nur ein Beteiligungsrecht und damit keinen durchsetzbaren Rechtsanspruch auf Einholung seiner Zustimmung (VG Würzburg, Urteil v. 17.4.2002, W 3 K 00.1178). Er kann also die Mängelbeseitigung nicht verhindern. Dagegen spricht auch, dass notwendige Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für das Kindeswohl letztlich nicht verhandlungsfähig sind (kritisch zur Verhandlungsfähigkeit auch Wiesner, NDV 1997 S. 213, 217).

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