Jung, SGB VIII § 34 Heimerz... / 0 Rechtsentwicklung
 

Rz. 1

Die Heimerziehung ist neben der Vollzeitpflege eine der klassischen Jugendhilfeformen. Sie ist wie § 33 eine stationäre Hilfe, welche eine Fremdunterbringung des Kindes oder Jugendlichen regelt. Im früheren Recht war diese lediglich im allgemeinen Katalog des § 5 Abs. 1 Satz 3 JWG enthalten, i. V. m. § 6 JWG auch als Hilfe zur Erziehung ausgestaltet. Daneben sah § 69 Abs. 3 JWG die Heimerziehung auch als überörtliche Fürsorgerziehung vor. Inzwischen ist die Heimerziehung, ergänzt um die sich in der Praxis herausgebildete sonstige betreute Wohnform als eigenständige Leistung im Rahmen der Hilfe zur Erziehung geregelt. Im Gesetzesentwurf war die Vorschrift noch stark von den Debatten und der Kritik um die Heimerziehung geprägt, daneben auch von den inzwischen vielfältigen neuen Formen der Heimerziehung. Demzufolge wurde der Begriff "Heimerziehung" im Entwurf vermieden und stattdessen nur die Bezeichnung "Erziehung in einer Einrichtung über Tag und über Nacht" verwendet (vgl. BT-Drs. 11/5948 S. 72). Durch das 1. SGB VIII-ÄndG v. 16.2.1993 wurde die Vorschrift neu gefasst (BGBl. I S. 239; vgl. auch BT-Drs. 12/2866 S. 3 f.). Insbesondere wurde die dauerhafte Heimerziehung durch die Neufassung der Nr. 3 in ihrer Bedeutung als eigenständige Alternative neben einer Förderung der Rückkehr in die Herkunftsfamilie (Nr. 1) und der Vorbereitung der Erziehung in einer anderen Familie (Nr. 2) gestärkt. Dies geschah vor dem Hintergrund der inzwischen verbesserten Erziehungsbedingungen in den Heimen.

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