Einschlafen bei der Arbeit – Kündigung?

Arbeitsgericht Köln, Urteil v. 19.11.2014, 7 Ca 2114/14

Das Einschlafen bei der Arbeit kann nicht als Arbeitsverweigerung gewertet werden, die zur sofortigen Kündigung berechtigt. Selbst bei Vorliegen einer dahingehenden Pflichtverletzung bedarf es vor Ausspruch einer Kündigung einer vorherigen Abmahnung.

Sachverhalt

Der Klägerin, Zugbegleiterin bei der beklagten Deutschen Bahn, wurde von dieser gekündigt, da die Klägerin in einem Zugabteil eingeschlafen war bzw. mehrere Stunden dort geruht hatte. Die Beklagte sah in dem Einschlafen während des Dienstes eine Arbeitsverweigerung. Insbesondere rechtfertigte sie die Kündigung auch damit, dass die Klägerin bereits mehrmals wegen Pflichtverletzungen, u. a. wegen des Verschlafens des Dienstbeginns, abgemahnt worden war. Die Klägerin trat dem Vorwurf der Arbeitsverweigerung entgegen, u. a. da es ihr an diesem Tag gesundheitlich nicht gut gegangen sei.

Die Entscheidung

Die Klage gegen die Kündigung hatte Erfolg; allerdings ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig.

Das ArbG entschied, dass das Einschlafen bei der Arbeit nicht als Arbeitsverweigerung gewertet werden kann, die zur sofortigen Kündigung berechtigt. Nach Auffassung des Gerichts konnte es im vorliegenden Fall i. Ü. offenbleiben, ob die Klägerin eine arbeitsvertragliche Pflicht verletzt hat, indem sie sich nicht förmlich krankgemeldet hat und im Abteil eingeschlafen ist; denn selbst bei Vorliegen einer Pflichtverletzung hätte die Beklagte die Klägerin zunächst abmahnen müssen; die bereits erteilten Abmahnungen, auf die sich die Beklagte stützt, waren hier nicht einschlägig.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt TVöD Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich TVöD Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge