Erstmals ist in der Entgeltordnung VKA die Eingruppierung der Operationstechnischen Assistenten sowie der Anästhesietechnischen Assistenten tariflich geregelt.

Vor Inkrafttreten der Entgeltordnung zum TVöD/VKA konnte nach einem Beschluss des Gruppenausschusses der VKA für Kranken- und Pflegeanstalten vom 23.4.1998 die Eingruppierung der OTAs in die VergGr. Kr IV (Kr V/Kr Va) erfolgen. Darüber hinaus hatte der Gruppenausschuss der VKA für Krankenhäuser- und Pflegeeinrichtungen in seiner 1./2003-Sitzung am 10./11.4.2003 keine Bedenken erhoben, wenn im Einzelfall eine nach den Richtlinien der DKG ausgebildete OTA, die dem Operationsdienst vorsteht und der mindestens 4 Pflegepersonen ständig unterstellt sind, ebenso eingruppiert wird wie eine Krankenschwester, die dem Operationsdienst vorsteht (Kr VI/Kr VII).

Nach § 1 der DKG-Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistenten vermittelt die Ausbildung zu Operationstechnischen/Anästhesietechnischen Assistenten den Schülern entsprechend dem allgemein anerkannten Stand technischer, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personelle, soziale und methodische Kompetenzen für die verantwortliche Mitwirkung

  • in operativen und/oder anästhesiologischen Bereichen,
  • der Notfallaufnahme,
  • der Endoskopie,
  • der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) und
  • anderen diagnostischen und therapeutischen Funktionsbereichen.

Im Mittelpunkt der Aufgabengebiete der Operationstechnischen Assistenten/Anästhesietechnischen Assistenten stehen die Mithilfe bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Maßnahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie und die umfassende Betreuung der Patienten in diesen Arbeitsbereichen.[1]

Die Ausbildung für Operationstechnische Assistenten/Anästhesietechnische Assistenten dauert gemäß der DKG-Empfehlung in Vollzeitform 3 Jahre, in Teilzeitform höchstens 5 Jahre. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung. Die Ausbildung umfasst

  1. mindestens 1.600 Stunden Unterricht (bezüglich des theoretischen Unterrichts können maximal 10 % in nachgewiesenen Formen von selbstgesteuertem Lernen und/oder E-Learning durchgeführt werden),
  2. mindestens 3.000 Stunden praktische Ausbildung unter fachkundiger Anleitung in Pflichtfachgebieten und in Wahlpflichtfachgebieten.

Operationstechnische Assistenten (OTA)/Anästhesietechnische Assistenten (ATA) sind jedoch separate Berufsbilder. Trotz möglicher kombiniert-integrativer Ausbildungslehrgänge OTA/ATA wird am Ende der Ausbildung entweder der Abschluss OTA oder ATA erlangt.

Operationstechnische Assistenten sowie Anästhesietechnische Assistenten mit abgeschlossener Ausbildung nach der DKG-Empfehlung vom 17.9.2013 in der jeweiligen Fassung oder nach gleichwertiger landesrechtlicher Regelung und jeweils entsprechender Tätigkeit sind in Entgeltgruppe P 7 Fg. 2 eingruppiert.

 
Hinweis

Landesrechtliche Reglungen zur Ausbildung von OTAs bestehen zurzeit in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

OTA/ATA, deren Tätigkeit sich aufgrund besonderer Schwierigkeit erheblich aus der Entgeltgruppe P 7 heraushebt, sind in Entgeltgruppe P 8 Fg. 4 eingruppiert (zur Frage der Heraushebung vgl. PE Nr. 4). Dies betrifft die Tätigkeit in Spezialbereichen. Da OTA's im Regelfall im Operationsdienst eingesetzt sind, sind sie nach Entgeltgruppe P 8 Fg. 4 eingruppiert.

Hinzuweisen ist darauf, dass gemäß der Vorbemerkung Nr. 5 zu Abschn. XI Ziffer 1 Entgeltordnung VKA Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenten mit abgeschlossener Ausbildung nach der DKG-Empfehlung vom 17.9.2013 in der jeweiligen Fassung oder nach gleichwertiger landesrechtlicher Regelung, die die Tätigkeit von Gesundheits- und Krankenpflegern oder von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern auszuüben haben, nach den Tätigkeitsmerkmalen für Pfleger eingruppiert sind.

 
Hinweis

Mit dem "Gesetz über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin oder zum Anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten" vom 20.12.2019 (BGBl I, S. 2768) und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten (Anästhesietechnische- und Operationstechnische-Assistenten-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung – ATA-OTA-APrV) vom 4.11.2020 (BGBl I. S. 2295) wurden bundesweit einheitliche Regelungen für die Ausbildungen in diesen Gesundheitsfachberufen geschaffen. Sie treten zum 1.1.2022 in Kraft.

[1] § 1 der DKG-Empfehlung zur Ausbildung und Prüfung von Operationstechnischen und Anästhesietechnischen Assistentinnen/Assistenten.

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