Beihilfe / 22.7 Heilpraktiker

Heilpraktiker berechnen ihre Gebühren nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH Stand: 1.4.1985). Dieses sieht Höchstbeträge vor, eröffnet aber auch teilweise einen Gebührenrahmen.

Nach der zwischen dem Bund und den Heilpraktikerverbänden geschlossenen Vereinbarung vom 23.9.2011 sind Aufwendungen für Leistungen von Heilpraktikern bis zu bestimmten Höchstbeträgen angemessen und deshalb auch beihilfefähig. Die Länder sind dieser Vereinbarung beigetreten. Die Höchstbeträge ergeben sich aus der Anlage 2 zur BBhV bzw. entsprechenden Veröffentlichungen der Länder. Übersteigende Gebühren sind nicht beihilfefähig, ebenso nicht Gebühren, die in dem genannten Gebührenverzeichnis nicht aufgeführt sind. Die Begrenzung auf die Höchstbeträge gilt auch für medizinisch-physikalische Leistungen (z. B. Bäder, Inhalationen); die dafür berechneten Gebühren sind zudem nur beihilfefähig, wenn die Leistungen in der Praxis des Heilpraktikers erbracht wurden.

Aufwendungen für Bescheinigungen eines Heilpraktikers über Dienst- bzw. Arbeitsunfähigkeit sind nicht beihilfefähig, weil diese Befugnis beihilferechtlich Ärzten und Ärztlichen Psychotherapeuten vorbehalten ist. Ebenso sind vom Heilpraktiker verordnete psychotherapeutische Behandlungen, Heilbehandlungen (Heilmittel) und häusliche Krankenpflege nicht beihilfefähig.

Heilpraktikerkosten sind beihilfefähig, unabhängig davon, welche Behandlungsmethode der Heilpraktiker anwendet, sofern es sich nicht um eine nach Anl. 1 zu den BBhV ausgeschlossene Untersuchungs- und Behandlungsmethode handelt.

Gewährte Kassenleistungen vermindern die beihilfefähigen Aufwendungen; bei Behandlung durch einen Vertragsarzt zugestandene, aber nicht beanspruchte Kassenleistungen sind zu 100 % anzurechnen.

 

Beispiele für Höchstbeträge

 
eingehende Untersuchung (GebüH Nr. 1) 12,50 EUR
Akupunktur (GebüH Nr. 21.1) 23,00 EUR
Eigenblutinjektion (GebüH Nr. 24.1) 11,00 EUR
Atemtherapie (GebüH Nr. 20.1) 8,00 EUR

Aufwendungen für die Inanspruchnahme eines Heilpraktikers durch Beschäftigte und berücksichtigungsfähige Angehörige und den von diesen verordneten Arznei- und Verbandmitteln sind allgemein, also auch bei pflichtversicherten Beschäftigten beihilfefähig, soweit die Heilpraktikerbehandlung eine besondere Heilmethode darstellt. Dabei ist bei homöopathischen Verfahren grundsätzlich von einer besonderen Behandlungsmethode auszugehen. Die beihilfefähigen Aufwendungen sind nach § 9 Abs. 3 BBhV fiktiv zu kürzen (Behandlungskosten: 50 %, Arznei- und Verbandmittel: 100 %). Stellt jedoch die Heilpraktikerbehandlung keine besondere Heilmethode dar, steht pflichtversicherten Beschäftigten keine Beihilfe zu.

Bei freiwillig gesetzlich Versicherten mit Beitragszuschuss nach § 257 Abs. 1 SGB V sind Heilpraktikerkosten unabhängig davon beihilfefähig, welche Behandlungsmethode der Heilpraktiker anwendet, sofern es sich nicht um eine nach Anl. 1 der BBhV ausgeschlossene Untersuchungs- und Behandlungsmethode handelt. Gewährte Kassenleistungen vermindern die beihilfefähigen Aufwendungen; bei Behandlungen durch einen Vertragsarzt zugestandene, aber nicht beanspruchte Kassenleistungen sind zu 100 % anzurechnen. Bei privat Krankenversicherten mit Beitragszuschuss nach § 257 Abs. 2 SGB V erfolgt keine fiktive Anrechnung zustehender Versicherungsleistungen.

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