In aller Regel erfolgen präventiv durchgeführte Testungen mit Antigenschnelltests, die ohne Laborauswertung auskommen und ein Ergebnis in kurzer Zeit liefern. Für diese Tests haben sich folgende Bezeichnungen durchgesetzt:

Schnelltests

Darunter werden i. d. R. Antigentests verstanden, die durch eine nachweislich fachkundige oder eine geschulte Person mit einem Abstrich im Nasen-Rachenraum durchgeführt werden. Unter nachweislich fachkundig werden Personen mit einer medizinischen Ausbildung verstanden, die wiederum andere Personen schulen können (länderspezifische Vorgaben sind zu beachten). Schnelltests werden entweder mit tiefen Rachenabstrichen oder mit Abstrichen im vorderen Nasenbereich durchgeführt, wobei sich die zweite Variante zunehmend durchsetzt. Über solche Tests können Bescheinigungen ausgestellt werden. Im Allgemeinen verlangen die Ländervorgaben, dass auf solche Weise gewonnene positive Testergebnisse von der durchführenden Stelle oder Person direkt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

 
Achtung

Risiken bei der Anwendung von Schnelltests mit tiefem Rachenabstrich

Viele Antigentests mit tiefem Rachenabstrich sind herstellerseitig zur Verwendung durch medizinisch ausgebildetes Personal vorgesehen. Werden sie von geschultem Personal eingesetzt, können sich daraus Haftungsrisiken ergeben, wenn es in sehr seltenen Fällen z. B. zu Blutungen kommt. Das gilt umso mehr, wenn diese Tests in Betrieben ohne eine ausdrückliche gesetzliche Vorgabe als "freiwillige" Tests durchgeführt werden. Ggf. sollte hierzu unter Berücksichtigung des geltenden Länderrechts juristischer Rat eingeholt – oder auf Selbsttests bzw. Schnelltests mit Abstrich im vorderen Rachenraum zurückgegriffen werden. Das ist auch deswegen vorteilhaft, weil es bei der Anwendung weniger zu Husten- und Niesreiz kommt, sodass die Infektionsgefahr bei der Testdurchführung geringer ist. In allen Fällen sollte die testende Person eine FFP2-Maske und ein Gesichtsvisier sowie einen Einmalschutzkittel und Einmalhandschuhe tragen.

Selbsttests

Selbsttests sind Antigentests, die durch die zu testende Person selbst durchgeführt werden, meist mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich oder als sog. Spuck- oder Gurgeltest; diese Selbsttests haben sich jedoch noch wenig durchgesetzt. Sie werden auch Laientests genannt, weil an die Durchführung solcher Tests keine besonderen Anforderungen gestellt werden.[1]

 
Wichtig

Aussagefähigkeit von Schnelltests

Wegen der hochansteckenden neuen Virusvarianten erkranken auch vollständig geimpfte Personen häufig. Der Impfschutz und der generell mildere Verlauf dieser Varianten führen dazu, dass die Viruslast Betroffener oft eher gering ist bzw. erst nach einigen Tagen der Erkrankung überhaupt ein Nachweis mit Schnelltest erfolgt. Die Möglichkeit, geringere Viruslasten nachzuweisen, ist auch bei zugelassenen, hochwertigen Schnelltests teilweise sehr beschränkt. Das führt dazu, dass

  • ein negativer Schnelltest noch weniger als zuvor als Garantie dafür verstanden werden sollte, dass Personen aktuell nicht infiziert sind. Wenn z. B. zu einer Veranstaltung nur aktuell getestete Personen zusammenkommen und daher auf weitere Schutzmaßnahmen verzichtet wird, bleibt ein relevantes Restrisiko;
  • es nach wie vor eine geeignete und angezeigte Möglichkeit ist, im Fall von Symptomen zu prüfen, ob eine Coronainfektion vorliegt, die die entsprechenden Isolierungsmaßnahmen erfordern würde. Weil es aktuell typisch ist, dass erst nach einigen Tagen einer Coronainfektion ein Test positiv anschlägt, sollte bei Symptomen unbedingt regelmäßig getestet und vorsorglich Kontakte vermieden und eine Schutzmaske getragen werden.
 
Wichtig

Ausstellung von Testnachweisen

In den meisten Bundesländern wurde während der Pandemie die Möglichkeit geschaffen, dass Arbeitgeber für beaufsichtigte Selbsttests Bescheinigungen ausstellen, mit denen dann Angebote im öffentlichen Raum wahrgenommen werden können.

Die betreffenden Bundesländer sorgen i. d. R. über ein einheitliches Bescheinigungsformular dafür, dass die Arbeitgeberbescheinigungen Akzeptanz finden, und legen zum Teil auch fest, welche Qualifikation eine beaufsichtigende Person haben muss. In Ländern, in denen es dazu kein einheitliches Verfahren gibt, bleibt offen, ob die Bescheinigung von Beschäftigtentestungen im öffentlichen Bereich Akzeptanz finden würde. Das Bundesministerium für Gesundheit schreibt in seinen FAQ zu betrieblichen Testungen:

Zitat

Ein 3G-gültiger Testnachweis kann vom Arbeitgeber dann ausgestellt werden, wenn die zugrundeliegende Testung im Rahmen der betrieblichen Testung durch Personal erfolgt, das die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzt. Es gilt ein Vier-Augen-Prinzip, d. h., die Testung muss von einer dritten Person durchgeführt oder vor Ort überwacht werden. Wenn Beschäftigte sich unbeaufsichtigt selbst testen, kann für diese Testung kein 3G-gültiger Testnachweis ausgestellt werden, auch wenn die sich selbst testende Person fachkundig ist.

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