Ärztliche Untersuchung / 4.2 Gesundheitsschutz Jugendlicher (Alter 15 bis unter 18 Jahre, § 2 Abs. 2 JArbSchG)

Das Jugendarbeitsschutzgesetz siehe eine Reihe ärztlicher Untersuchungen vor (§§ 32 ff. JArbSchG). Für diese Untersuchungen schafft § 43 JArbSchG einen eigenen Freistellungsanspruch der Jugendlichen. Der Arbeitgeber hat danach den Jugendlichen für die Durchführung der (aller) in jenem Abschnitt des JArbSchG festgelegten ärztlichen Untersuchungen freizustellen. Dem Jugendlichen darf das Entgelt für die Freistellungsphase nicht gemindert werden.

Der Jugendliche, der in das Berufsleben eintritt, darf nur beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten 14 Monate von einem Arzt untersucht worden ist (Erstuntersuchung) und dem Arbeitgeber eine entsprechende Bescheinigung vorliegt. Dies ist nur bei geringfügigen Arbeiten oder bei einer Beschäftigung von bis zu zwei Monaten mit solchen leichten Arbeiten entbehrlich, die keine gesundheitlichen Nachteile für den Jugendlichen befürchten lassen (§ 32 JArbSchG). Ein Jahr nach der Aufnahme der Beschäftigung hat sich der Arbeitgeber wiederum eine Bescheinigung über eine ärztliche Untersuchung vorlegen zu lassen, die dann eine erste Nachuntersuchung des Jugendlichen innerhalb der vorangehenden drei Monate testiert (§ 33 JArbSchG). Die erste Nachuntersuchung wird durch Hinweispflichten des Arbeitgebers gesichert, beide Untersuchungen darüber hinaus durch Beschäftigungsverbote für den Fall der Nichtvorlage der ärztlichen Bescheinigungen (§ 32 Abs. 1, § 33 Abs. 3 JArbSchG). Arzt (§§ 35, 38 JArbSchG) und Aufsichtsbehörde (§ 42 JArbSchG) können weitere Untersuchungen anordnen, der Jugendliche kann sich auch freiwillig weiterhin untersuchen lassen (§ 34 JArbSchG). Für alle diese Untersuchungen gilt die oben erläuterte Freistellungspflicht.

Wechselt der Jugendliche den Arbeitgeber, tritt erneut ein Beschäftigungsverbot in Kraft. Der neue Arbeitgeber darf den Jugendlichen erst beschäftigen, wenn ihm die Bescheinigung über die Erstuntersuchung vorliegt und falls zwischen der ersten und der erneuten Beschäftigung mehr als 1 Jahr liegt und die Bescheinigung über die erste Nachuntersuchung vorgelegt wird (§ 36 JArbSchG).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt TVöD Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich TVöD Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge