Rentenversicherungsbeitrag 2019/2020

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung beträgt aktuell 18,6 Prozent. Angesichts gut gefüllter Rentenkassen erwartet die Deutsche Rentenversicherung bis ins Jahr 2023 auch keine Erhöhung der Beitragssätze. Danach scheint es jedoch Handlungsbedarf zu geben.

Vor der am 27.6.2019 in Bonn tagenden Bundesvertreterversammlung berichtete die Bundesvorstandsvorsitzende Annelie Buntenbach über die derzeit «sehr solide Finanzlage» der gesetzlichen Versicherung und gab einen Ausblick auf die weitere Entwicklung in den kommenden Jahren. Nach dem Jahr 2023 müsse laut Buntenbach der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,6 Prozent auf 19,5 angehoben werden.

Rentenversicherung: 4,4 Milliarden Euro Überschuss 2018 

2018 hat die gesetzliche Rentenversicherung demnach mehr eingenommen als ausgeben. Dank guter Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und gestiegener Löhne seien die Einnahmen aus Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. «Der Überschuss der Rentenversicherung lag 2018 bei 4,4 Milliarden Euro», teilte Buntenbach mit. Daraus werden Rücklagen gebildet.

Beitragssatz Rentenversicherung

Wann eine Reduzierung oder Erhöhung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung zu erfolgen hat, ist gesetzlich festgelegt. Der Beitragssatz ist nach § 158 SGB VI dann anzupassen, wenn die Mittel der Nachhaltigkeitsrücklage zum Ende eines Jahres entweder

  • die untere Grenze von 0,2 Monatsausgaben unterschreiten oder
  • die obere Grenze von 1,5 Monatsausgaben überschreiten.

Nachhaltigkeitsrücklage 2019

Die Nachhaltigkeitsrücklage bewege sich mit 38,2 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau, teilte Buntenbach weiter mit. Es sei jedoch in den kommenden Jahren mit einem Abschmelzen des Polsters zu rechnen, da die geburtenstarken Jahrgänge sich dem Rentenalter nähern.

Beitrag zur Rentenversicherung soll nicht über 20 Prozent steigen

Die große Koalition hatte sich in ihrem Rentenpaket bereits darauf festgelegt, dass die Beitragssätze bis 2025 nicht über 20 Prozent steigen sollen.

Mit der Frage, wie die Rente auch darüber hinaus finanzierbar bleibe und dennoch ein ausreichendes Sicherungsniveau gewährleiste, befasst sich derzeit die Rentenkommission. Anfang nächsten Jahres soll sie Bericht erstatten. Angesichts der «unübersichtlichen politischen Lage» sei es noch völlig offen, welche Schlüsse die Bundesregierung aus diesem Bericht ziehen werde, so Buntenbach.

Aktueller Rentenversicherungsbeitrag 2018/2019

Der Rentenversicherungsbeitrag hat sich seit dem Jahr 2007 stetig nach unten entwickelt. Aktuell liegt er bei 18,6 Prozent. Die Entwicklung des Rentenversicherungsbeitrags seit 2007:

  • 2007 - 2011: 19,9 Prozent (Arbeitgeberanteil: 9,95 Prozent, Arbeitnehmeranteil: 9,95 Prozent)
  • 2012:            19,6 Prozent (Arbeitgeberanteil: 9,8 Prozent, Arbeitnehmeranteil: 9,8 Prozent)
  • 2013 - 2014: 18,9 Prozent (Arbeitgeberanteil: 9,45 Prozent, Arbeitnehmeranteil: 9,45 Prozent)
  • 2015 - 2017: 18,7 Prozent (Arbeitgeberanteil:  9,35 Prozent, Arbeitnehmeranteil: 9,35 Prozent)
  • seit 2018:     18,6 Prozent (Arbeitgeberanteil:  9,3 Prozent, Arbeitnehmeranteil: 9,3 Prozent)

Rentenversicherungsbeitrag 2018/2019: knappschaftliche Rentenversicherung

Zum 1.1.2018 wurde auch der Beitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gesenkt. Im Jahr 2017 betrug der Beitrag 24,8 Prozent. Zum Beginn des Jahres 2018 erfolgt eine Senkung des Beitrags um 0,1 Prozent auf 24,7 Prozent.