13.07.2016 | Dienstunfall

Hauterkrankung wegen Druckerstaub ist kein Dienstunfall

Kontaktdermatitis gegen Tonerstaub kein Dienstunfall
Bild: Getty Images, Inc.

Die Hautallergie eines Finanzbeamten gegen Tonerstaub in der Raumluft der Finanzämter und auf den Akten ist kein Dienstunfall. Ein Finanzbeamter ist der Gefahr einer Hauterkrankung nicht in besonderem Maß ausgesetzt. Das hat das Oberverwaltungsgericht NRW entschieden.

Ein Finanzbeamter war zunächst Sachbearbeiter, anschließend Sachgebietsleiter in ver­schiedenen Finanzämtern des Landes Nordrhein-Westfalen. Er machte geltend, durch Tonerstaub aus Laserdruckern an einer Kontaktdermatitis erkrankt zu sein. Der Tonerstaub befinde sich sowohl in der Raumluft der Finanzämter als auch auf den dort zu bearbeitenden Schriftstücken. Die Oberfinanzdirektion lehnte eine Aner­kennung der Erkrankung als Dienstunfall ab. Die dagegen gerichtete Klage hatte beim Verwaltungsgericht Münster keinen Erfolg.

Oberverwaltungsgericht: Besondere Gefährdung erforderlich

Den Antrag des Finanzbeamten auf Zulas­sung der Berufung lehnte das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen durch Beschluss vom 8.7.2016 ab. Nach Ansicht der Richter ist nicht nur eine Gefahr der Erkrankung erforderlich, sondern dass der Beamte dieser Gefahr be­sonders ausgesetzt ist. Die besondere Gefährdung müsse für die dienstliche Ver­richtung des Beamten typisch sein und in erheblich höherem Maße als bei der übri­gen Bevölkerung bestehen. Erforderlich sei mithin zweierlei: Zum einen müsse die konkrete dienstliche Tätigkeit ihrer Art nach eine hohe Wahrscheinlichkeit gerade der konkreten Erkrankung beinhalten. Diese Wahrscheinlichkeit müsse zum anderen deutlich höher sein als bei der übrigen Bevölkerung.

Finanzbeamter nicht stärker gefährdet als Friseur

Für beides seien die vom Kläger angeführten Quellen unergiebig. Zwar möge sich aus ihnen ergeben, dass Toner­staub eine Kontaktdermatitis verursachen könne. Doch folge aus ihnen weder, dass die Tätigkeit im Innendienst eines Finanzamtes eine hohe Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an einer Kontaktdermatitis mit sich bringe, noch, dass diese Wahr­scheinlichkeit wesentlich höher sei als in anderen Berufen wie etwa bei Friseuren.

(Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 8.7.2016, 3 A 964/15)

Lesen Sie auch:

Dienstunfall auf Toilette

Kein Dienstunfall durch Lesen eines Schreibens

Dienstunfall bei Sprung über Jägerzaun

Schlagworte zum Thema:  Dienstunfall, Beamte

Aktuell

Meistgelesen