ZDF-Reporterin scheitert mit Klage für mehr Lohngleichheit

Eine ZDF-Journalistin ist vor dem Berliner Arbeitsgericht mit einer Klage für mehr Lohngleichheit gescheitert. Das Gericht sah Tatsachen, die für eine Ungleichbehandlung sprechen, nicht als zweifelsfrei bewiesen an.

Das Thema der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen beschäftigt die Medien immer wieder. Nun reichte eine Journalistin Klage ein und forderte eine Entschädigung aufgrund ungleicher Bezahlung.

Journalistin verdient weniger als männliche Kollegen

Die beim ZDF angestellte Reporterin hatte argumentiert, sie erhalte allein wegen ihres Geschlechts eine geringere Vergütung als ihre männlichen Kollegen. Die Redakteurin des ZDF-Magazins Frontal21 war in der Vergangenheit mehrfach für ihre Beiträge mit Filmpreisen ausgezeichnet worden. Als sie erfuhr, dass sie deutlich weniger verdiente als ein männlicher Kollege, versuchte sie zunächst, sich mit dem Sender intern gütlich zu einigen. Nachdem dies nicht gelungen war, erhob sie Klage und verlangte rund 70.000 Euro Entschädigung. Darüber hinaus begehrte sie Auskunft über das Gehalt, das männlichen Kollegen gezahlt wird.

Gericht: Tatsachenvortrag war lückenhaft

Das Gericht sah das anders: Die Klägerin habe keine Tatsachen vorgetragen, die auf eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung bei der Vergütung von Männern und Frauen hindeuten würden, erklärte ein Sprecher. Die von ihr benannten männlichen Kollegen seien in einem anderen, nicht vergleichbaren Beschäftigungsverhältnis beim ZDF angestellt. Weitere Anhaltspunkte für eine geschlechtsbezogene Diskriminierung habe die Klägerin nicht geliefert, so das Gericht. Da keine Diskriminierung festgestellt werden könne, stehe der Frau auch keine Entschädigung zu (Az. 56 Ca 5356/15).

ZDF:  Vergütung ist geschlechtsneutral

Das ZDF sieht sich nach den Worten eines Sprechers in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Reporterin «rechtmäßig und tarifkonform» vergütet werde. «Die Vergütung der freien und festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF ist weitgehend durch Tarifverträge bestimmt. Geschlecht, Alter, Religion etc. spielen hierbei keine Rolle», unterstrich er. «Kriterien für die tarifvertraglich festgelegte Vergütung sind vielmehr Aufgabenprofil, Verantwortungsrahmen sowie Berufserfahrung.»