23.05.2013 | Tarifrecht

Wegweisende Einigung von Kirchen und Verdi in Niedersachsen

Ist der Dritte Weg bald beendet?
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Streit um die Bezahlung der 1,3 Millionen Beschäftigten der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände gibt es in Niedersachsen eine bundesweit wegweisende Einigung.

Die Gewerkschaft Verdi und die Diakonie vereinbarten, künftig miteinander Tarifverträge abzuschließen, die an die Stelle rein kircheninterner Entgeltverhandlungen über den sogenannten Dritten Weg treten. Das teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch in Hannover mit.

Ringen um Dritten Weg

Bundesweit ringen die Gewerkschaft und die Kirchen um den Dritten Weg, der keine Gewerkschaftsbeteiligung und kein Streikrecht vorsieht. Verdi möchte bundesweit gewöhnliche Tarifverhandlungen durchsetzen. Das Bundesarbeitsgericht bestätigte die kirchliche Praxis im November 2012 zwar im Grundsatz, mahnte aber eine bessere Beteiligung der Gewerkschaften an. Auch das Streikverbot wurde gelockert.

Unterschiedliche Bewertung

Die Einigung bedeutet zunächst auf jeden Fall mehr Geld für die 30 000 Diakonie-Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenheimen in Niedersachsen. Das Klinikpersonal erhält in drei Schritten 5,5 Prozent mehr, die Altenpfleger 2,5 Prozent. Was das Vorgehen in Niedersachsen für die Zukunft des Dritten Weges bedeutet, sehen beide Seiten weiter unterschiedlich. Verdi wertete die Tarifpartnerschaft mit der Diakonie am Mittwoch als Ende des Dritten Weges, die Diakonie selber sah sich weiterhin innerhalb der Grenzen des kirchlichen Arbeitsrechts.

Schlagworte zum Thema:  Tarifrecht, Kirche, Gewerkschaft

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