26.09.2016 | Tarifverhandlungen

Weg für Tarifverhandlungen frei - Streik in Naunhof abgesagt

In der Stadt Naunhof zeichnet sich eine Lösung im Tarifkonflikt ab.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der von der Gewerkschaft dbb Beamtenbund und Tarifunion angekündigte Streik der kommunalen Beschäftigten in Naunhof ist abgesagt worden. Nach mehr als 20 Jahren ohne Tarifvertrag können die kommunalen Beschäftigten auf ein neues Vertragswerk hoffen: Der Stadtrat gab grünes Licht für Verhandlungen.

«Wir haben endlich die verbindliche Zusage für Tarifverhandlungen erhalten», sagte Willi Russ, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb. Zuvor hatte der Stadtrat von Naunhof seine Blockadehaltung aufgegeben und den Weg zu Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes frei gemacht.

Vorbereitungen für Gespräche getroffen

Die Stadträte beschlossen am Donnerstag einstimmig, eine Rechtsanwaltskanzlei mit den Gesprächen zu beauftragen, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Zugleich seien drei Stadträte bestimmt worden, die als Beisitzer an den Verhandlungen teilnehmen sollen. «Wir sehen, dass der Bürgermeister und die Stadträte ihre Differenzen in diesem Punkt offenbar überwinden konnten», sagte Russ weiter.

Die Gewerkschaft erwarte, dass es in den nun anstehenden Gesprächen von Seiten der Beauftragten der Kommune nicht zu einer Hinhaltetaktik komme. Vielmehr müssten die Verhandlungen zielgerichtet sein. «Die Beschäftigten sind nach wie vor streikbereit, wenn ihre Interessen nicht ernst genommen werden.»

Stadt ist nicht Mitglied im Arbeitgeberverband

Für die gut 170 Beschäftigten der Stadt im Landkreis Leipzig gilt seit 1994 kein Tarifvertrag mehr. Damals war die Stadt aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Der Stadtrat hatte Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) in der Vergangenheit mehrfach die Zustimmung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigert.

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