20.03.2012 | Personal & Tarifrecht

Warnstreiks in Hessen und Süddeutschland

Nach Niedersachsen und Bremen hat die zweite Warnstreikwelle im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes am Dienstag Hessen und Süddeutschland erreicht. In Baden-Württemberg, vor allem aber in Hessen und Bayern kommt es den ganzen Tag über zu Behinderungen.

«Das Angebot öffentlicher Dienstleistung (...) wird heute eingeschränkt sein», sagte Hessens Verdi-Sprecher Christian Rothländer der Nachrichtenagentur dpa. Der Ausstand entwickele sich am Morgen gut. «Wir wissen bereits jetzt, dass dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt wird.»

Von der Aktion besonders betroffen sind laut Rothländer in Hessen Städte wie Wiesbaden, Frankfurt oder Kassel. Es müsse aber im gesamten Bundesland mit Behinderungen und Arbeitsniederlegungen gerechnet werden. «Das zieht sich von Darmstadt und Rüsselsheim in Südhessen über Mittelhessen bis hinauf nach Kassel», erklärte der Verdi-Sprecher. Unter anderem bleiben Kindertagesstätten geschlossen, der Müll wird nicht abgeholt, Busse und Bahnen fahren nicht.

In Frankfurt fahren seit dem Morgen keine Straßenbahnen und U-Bahnen. Zudem sind die Busse der Stadt vom parallel laufenden Warnstreik im Tarifkonflikt mit den privaten Omnibusunternehmen betroffen. Auch andere Städte wie Wiesbaden oder Kassel müssen mit einem stark eingeschränkten Nahverkehr rechnen. In Marburg wird laut Mitteilung der Stadtwerke das gesamte Liniennetz der Stadt bis zum Betriebsende bestreikt. In ganz Hessen sind Stadtverwaltungen, Schwimmbäder, Zulassungsstellen, Kindergärten oder Krankenhäuser betroffen.

In Bayern sollen die Beschäftigten mit Schichtbeginn um 6.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen. Verdi geht von rund 14 000 Streikteilnehmern aus. In München und Nürnberg hat Verdi zu Demonstrationen aufgerufen, zur Abschlusskundgebung in der Landeshauptstadt wird Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet. In Baden-Württemberg ist die Region um Heilbronn mit Einschränkungen in Rathäusern, Kitas und dem Nahverkehr erst ab 8.30 Uhr betroffen - aus Rücksicht auf Schüler mit Abiturprüfungen. Am kommenden Montag soll dann die Landeshauptstadt Stuttgart von Warnstreiks getroffen werden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Diensts 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. «Wir erhoffen uns eine klare Signalfunktion für die dritte Verhandlungsrunde ab dem 28. März», sagte Rothländer. Er schloss nicht aus, dass es bis dahin in Teilbereichen nochmals zu Warnstreiks kommen könne. «In einem so flächendeckenden Umfang wie heute sind aber bis dahin keine Aktionen mehr geplant», erklärte er.

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