06.03.2012 | Personal & Tarifrecht

Verdi will 6,9 Prozent für 25 000 Uniklinikbeschäftigte

Den vier Unikliniken im Südwesten steht eine harte Tarifrunde bevor: Die Gewerkschaft Verdi fordert nach Angaben von Montag für das nicht-ärztliche Personal in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm 6,9 Prozent mehr Lohn.

Die 25 000 Krankenschwestern, medizinischen Fachkräfte und Techniker müssen laut dem Beschluss der Große Tarifkommission mindestens jedoch monatlich 250 Euro mehr erhalten. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Krankenhäuser im Südwesten klagen derweil über chronische Unterfinanzierung.

Für die Gewerkschaftsmitglieder will Verdi ein volles 13. Monatsgehalt - statt wie bisher 88 Prozent - erreichen. Verdi-Verhandlungsführer Günter Busch sagte: «Die hohen Leistungssteigerungen an den Kliniken müssen endlich auch vergütet werden. Nur mit einer deutlichen Tariferhöhung kann der Personalnotstand in den Kliniken abgebaut werden.»

Die etwa 5000 Ärzte an den Unikliniken im Südwesten fallen unter die Tarifbestimmungen des Landes. In den meisten anderen Bundesländern werden die nicht-ärztlichen Beschäftigten nach dem Tarifvertrag von Verdi mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder entlohnt.

Die erste Verhandlungsrunde für die Südwest-Häuser beginnt am 23. März in Stuttgart. Die Tarifverträge sind zum 31. März 2012 gekündigt, dann endet auch die Friedenspflicht. An diesem Dienstag und Mittwoch gehen auch Beschäftigte der kommunalen Krankenhäuser in den Warnstreik für die Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Sie fallen wiederum unter den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes.

Wegen Überschüssen bei den Krankenkassen und im Gesundheitsfonds fordern Krankenhausdirektoren im Südwesten von der Bundesregierung eine deutliche finanzielle Entlastung gefordert. Die Krankenhäuser hätten sich mit rund 120 Millionen Euro an dem rund 1,3 Milliarden Euro schweren «Sparbeitrag» in diesem und dem vergangenen Jahr beteiligen müssen, sagte Ralf-Michael Schmitz, Landesvorsitzender des Verbands der Krankenhausdirektoren, am Montag in Stuttgart.

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