20.04.2015 | Sozial- und Erziehungsdienst

Verdi sieht im Tarifpoker für Erzieher die Arbeitgeber am Zug

Bisher noch kein Tarifergebnis im Sozial- und Erziehungsdienst.
Bild: Haufe Online Redaktion

Vor der nächsten Verhandlungsrunde am heutigen Montag im Tarifpoker für die Erzieher und Sozialarbeiter sieht die Gewerkschaft Verdi die Arbeitgeber in der Pflicht.

«Wir fordern die Arbeitgeber auf, endlich ein verhandelbares Angebot vorzulegen, statt Urabstimmung und weitere Streikaktionen auf den Rücken der Eltern zu provozieren», sagte Gerhard Abendschein von Verdi Hessen.

Nächste Verhandlungsrunde läuft an

Am Montag verhandeln die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften GEW und Verdi um einen neuen Tarifvertrag. Die nach dem Auftakttermin Ende Februar vierte Verhandlungsrunde war am Donnerstag letzter Woche in Hannover ergebnislos zu Ende gegangen. In Offenbach sind am Montag und Dienstag zwei weitere Verhandlungstage anberaumt. Eine Einigung gilt als unwahrscheinlich.

Begleitet wird die nächste Runde von Demonstrationen und Warnstreiks. So bleiben zum Beispiel in Bayern mehrere hundert Kindertagesstätten geschlossen. Auch in Rheinland-Pfalz, in Baden-Württemberg und im Saarland treten Erzieherinnen und Erzieher heute in Warnstreik.

Für den Fall, dass auch diese Verhandlungsrunde scheitert, drohen unbefristete Streiks in Kitas und Sozialeinrichtungen.

Gewerkschaft fordert höhere Eingruppierung

Die Gewerkschaft fordert eine höhere Eingruppierung der bundesweit 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Das würde den Beschäftigten Gehaltssteigerungen von im Schnitt zehn Prozent bringen. Die Arbeitgeber halten die Forderungen für nicht bezahlbar.

Die Gewerkschaft Verdi gibt das derzeitige Gehalt nach der vierjährigen Ausbildung mit 2.589,68 Euro brutto an. Nach drei weiteren Jahren bekommt eine Erzieherin 2.768,08 Euro, nach weiteren vier Jahren 2.946,46 Euro. Die Ausbildung umfasst ein Jahr Berufskolleg und zwei Jahre Fachhochschule für Sozialpädagogik - beides unbezahlt. Darauf folgt ein vergütetes Anerkennungspraktikum.

Schlagworte zum Thema:  Kita, Tarifverhandlung, Erzieher

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