29.02.2012 | Personal & Tarifrecht

Verdi droht vor Tarifrunde im öffentlichen Dienst mit Warnstreik

Die Gewerkschaft Verdi erwartet bereits zum Start der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an diesem Donnerstag ein diskussionstaugliches Angebot. Ansonsten sei von Anfang kommender Woche an mit Warnstreiks zu rechnen, sagte der Verdi-Landesleiter Niedersachsen-Bremen, Detlef Ahting, am Dienstag in Hannover.

Die Gewerkschaft hat 6,5 Prozent mehr Geld für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten gefordert. Die Gehälter sollten um mindestens 200 Euro steigen. In Niedersachsen und Bremen sind im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen rund 250.000 Menschen beschäftigt.

«Wenn es kein Angebot oder ein unzureichendes Angebot gibt, dann sind wir bereit, Zeichen zu setzen», sagte Ahting. Er wolle, dass bereits beim ersten Zusammentreffen in Potsdam ernsthaft verhandelt werde. «Wir erwarten dort, dass da zügig etwas auf den Tisch kommt.» Weitere Verhandlungsrunden sind für den 12./13. und 28./29. März vereinbart.

Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst unter dem Durchschnitt

In den vergangenen Jahren seien die Einkommen im öffentlichen Dienst geringer gestiegen als in anderen Bereichen. Dies führe inzwischen einerseits dazu, dass Nachwuchs etwa bei Ingenieuren schwer zu finden sei. Andererseits müssten Beschäftigte in unteren Gehaltsgruppen ihr Einkommen vermehrt mit Sozialleistungen aufstocken. «Das wäre vor Jahren undenkbar gewesen», meinte Ahting.

Der Gewerkschaftschef warnte den Bund vor weiteren Steuerentlastungsprogrammen zum Nachteil der Kommunen. Deren oft schlechte Finanzlage könne für die Beschäftigten kein Grund für einen Verzicht auf Gehaltserhöhungen sein. «Die Beschäftigten sind ein Kaufkraftfaktor, sie bringen auch Einnahmen für die Kommunen durch die Hintertür», sagte Ahting.

 

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