| Personal & Tarifrecht

Verdi-Chef verteidigt Tarifforderung im öffentlichen Dienst

Gut eine Woche vor Beginn der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat Verdi-Chef Frank Bsirske die Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn verteidigt.

Für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes habe sich bei der Entlohnung ein erheblicher Nachholbedarf aufgebaut. Sie hätten in den vergangenen zehn Jahren einen Reallohnverlust von 8,7 Prozent hinnehmen müssen, sagte Bsirske der in Oldenburg erscheinenden «Nordwest-Zeitung».

Zur Verbesserung der Finanzlage der öffentliche Haushalte schlug Bsirske eine höhere Besteuerung von Erbschaften und Kapital- sowie Unternehmensgewinnen vor. «Wir sind bei der Besteuerung von Erbschaften und Vermögen eine Steueroase. Auch bei der tatsächlichen Besteuerung von Kapital- und Unternehmensgewinnen sind wir Niedrigsteuerland. Das sagt auch die EU-Kommission. Damit verzichtet der Staat auf jährlich 70 bis 85 Milliarden Euro», sagte er.

Bsirske kritisierte die Entwicklung in der EU. Die Staaten würden ihre Standortkonkurrenz über Lohn- und Sozialdumping austragen. Das sei von den Gewerkschaften anfangs eher verdrängt worden. Man sei «hoch alarmiert».

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