02.03.2015 | TV-L Tarifrunde 2015

Verdi-Chef verteidigt geplante Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Erste Warnstreiks an Kliniken haben begonnen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske hat die für diese Woche geplanten Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder verteidigt.

Es könne nicht angehen, dass sich die Länder mit der Schuldenbremse selbst Fesseln anlegten und die Beschäftigten das dann ausbaden sollen, «zumal die Steuereinnahmen sprudeln», sagte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft.

Berufsfeuerwehr, Polizei, Schulen, Unikliniken und Hochschulen seien für ein funktionierende Gesellschaft von zentraler Bedeutung. «Und wer von qualifizierten Beschäftigten gute Arbeit erwartet, muss diese auch angemessen bezahlen», sagte Bsirske.

Erste Warnstreiks haben begonnen

Nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder ist es am Montag zu ersten Warnstreiks gekommen. Den Auftakt machte das Universitätsklinikum in Essen. Im Laufe des Tages sollten mindestens 200 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, sagte eine Sprecherin der Streikleitung. Die Gewerkschaft Verdi hatte angekündigt, eine Notversorgung für die Patienten aufrecht zu erhalten.

Von Dienstag an wollen in mehreren Bundesländern angestellte Lehrer in den Ausstand treten. Davon gibt es in Deutschland insgesamt gut 200.000. Die knapp 650.000 verbeamteten Lehrer streiken nicht.

In Berlin sind am Dienstag die Lehrer an Grundschulen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, weitere Schwerpunkte gibt es laut Verdi unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Forderungen der Gewerkschaften

Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 EUR mehr, ein Ende von Befristungen ohne Sachgrund sowie Einstellungszusagen für Azubis. Als Hauptgründe für das vorläufige Scheitern der Tarifverhandlungen erwiesen sich aber starke Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge und über die tarifliche Eingruppierung der Lehrer.

Schlagworte zum Thema:  TV-L, Gewerkschaft, Warnstreik, Tarifverhandlung

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