04.11.2011 | Personal & Tarifrecht

Uni-Klinikum auch im Norden vor Ärztestreik

An den Universitätskliniken in Deutschland stehen die Zeichen auf Streik. Auch in Kiel und Lübeck wollen sich von Montag an Mediziner an den Arbeitsniederlegungen beteiligen, sofern es nicht vorher noch zu einer Verständigung zwischen den Tarifparteien kommt.

Am Uni-Klinikum Schleswig-Holstein arbeiten insgesamt rund 1500 Ärzte, die auch während des Streiks Notfälle versorgen werden. Wie viele von ihnen voraussichtlich streiken werden, konnte ein Sprecher der Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund nicht sagen. Öffentlich sollen zunächst nur Streikwachen in Kiel und Lübeck den Arbeitskampf demonstrieren. Eine größere Kundgebung ist für den 16. November in Kiel geplant.

   Bei einer Urabstimmung des Marburger Bundes hatten 97,4 Prozent für den Streik gestimmt, der am Montag flächendeckend an 23 Unikliniken beginnen soll. Die Länder als Arbeitgeber reagierten auf die Entscheidung mit Unverständnis. Der Marburger Bund hatte die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für die 20 000 Ärzte an Unikliniken Ende September nach fünf Verhandlungsrunden für gescheitert erklärt. Die Ärztegewerkschaft fordert eine Tariferhöhung im Volumen von 6,3 Prozent. Darin sind enthalten ein lineares Plus von 5 Prozent und höhere Zuschläge für Nachtarbeit.

   «Die Stimmung ist eindeutig pro Streik», sagte der Landesgeschäftsführer des Marburger Bundes, Daniel Arp, der Deutschen Presse-Agentur. Das Uni-Klinikum hofft immer noch, dass es nicht zu den Arbeitsniederlegungen kommen wird, sondern noch rechtzeitig eine Einigung erzielt werden kann. «Bei uns ist jeder Patient und jede Patientin herzlich willkommen», betonte Unternehmenssprecher Oliver Grieve. Es würden alle Vorkehrungen getroffen, um die Folgen eines möglichen Streiks zu mildern.

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