| TVöD Tarifrunde 2014

Kommunen warnen vor Mehrkosten

Kommunen wären bei deutlichen Tariferhöhungen überfordert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die kommunalen Arbeitgeber warnen vor erheblichen Mehrkosten aufgrund der Forderungen von Gewerkschaften in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes.

«Die Forderung von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent ist für die Kommunen in Bayern nicht darstellbar», teilte der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) mit. «Für die kommunalen Arbeitgeber in Bayern bedeutet das Mehrkosten von nahezu 800 Millionen Euro pro Jahr.»

Gewerkschaften fordern Sockelbetrag und prozentuale Erhöhung

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund (dbb) wollen erreichen, dass zunächst alle Gehälter der über zwei Millionen Angestellten der Kommunen und des Bundes pauschal um 100 Euro monatlich angehoben werden. Darauf soll ein weiterer Lohnzuwachs von 3,5 Prozent kommen. «Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst leisten gute Arbeit - und gute Arbeit muss ordentlich bezahlt werden», erklärte die Landesbezirksleiterin von Verdi Bayern, Luise Klemens.

KAV Bayern: Gehälter sind ausreichend gestiegen

Der Vorsitzende des KAV Bayern und Präsident der Kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, hielt dagegen: «Die Forderung steht in keinem Verhältnis zu unseren finanziellen Möglichkeiten.» Das Argument «Nachholbedarf» ziehe nicht. Die Gehälter seien seit 2008 um insgesamt 19,5 Prozent gestiegen - im unteren Bereich noch stärker. In Bayern sind bei rund 2.800 Arbeitgebern rund 405.000 Beschäftigte von den Verhandlungen betroffen.

KAV Sachsen: Kein Nachholbedarf bei Gehältern

Der kommunale Arbeitgeberverband Sachsen (KVA) hat die Forderung der Gewerkschaften für die anstehende Tarifrunde im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ebenfalls als untragbar zurückgewiesen. Der von Verdi und Beamtenbund (dbb) geforderte Sockelbeitrag von 100 Euro für alle und die zusätzliche Lohnsteigerung von 3,5 Prozent würden einem Gehaltszuwachs von im Schnitt 7,14 Prozent entsprechen, teilte der Verband mit. Auf Sachsen kämen dadurch Mehrkosten von 227 Millionen Euro pro Jahr zu.
Die Forderung sei für die Kommunen nicht darstellbar, erklärte KVA-Präsident Michael Harig. «Sie steht in keinem Verhältnis zu unseren finanziellen Möglichkeiten.» Der öffentliche Dienst habe auch keinen Nachholbedarf, meinte er und verwies auf die Gehaltssteigerungen der vergangenen Jahre.In Sachsen sind rund 83.000 Beschäftigte davon betroffen.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 13. März in Potsdam.

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, TVöD, Kommunale Arbeitgeber, Tarifvertrag , Einkommen, Öffentlicher Dienst

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