| TVöD Tarifrunde 2014

Gewerkschaften drohen - Kommunen warnen

Was wird die Tarifrunde 2014 bringen?
Bild: Stockbyte

In der Tarifrunde 2014 für die über zwei Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen wollen sich die Gewerkschaften Verdi und dbb-Beamtenbund an diesem Dienstag in Berlin auf eine gemeinsame Forderung verständigen.

«Es muss einen Schluck aus der Pulle geben», formulierte dbb-Vize Willi Russ in der «Stuttgarter Zeitung»  die Vorstellungen der Gewerkschaften. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) warnte hingegen in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» davor, mit zu hohen Forderungen eine weitere Privatisierungswelle bei der Müllabfuhr oder im Nahverkehr zu provozieren.

Nach einer heftigen Welle von Warnstreiks im Nahverkehr, bei Kinderhorts und bei der Müllabfuhr hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bei der letzten Tarifrunde vor zwei Jahren auf die stufenweise Anhebung der Angestelltengehälter in den Kommunen und beim Bund um 6,3 Prozent verständigt. Für die 800 000 Angestellten der Länder war 2013 ein Lohnplus von 5,6 Prozent vereinbart worden, ebenfalls in Stufen und über einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt.

Ein zu starkes Plus ziehe unweigerlich die Auslagerung von Jobs nach sich, warnte VKA-Präsident Thomas Böhle. Die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes seien schon heute für einfache Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. Bei der Müllabfuhr seien es etwa 32 Prozent mehr als nach dem ebenfalls von Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag für die private Entsorgungswirtschaft, sagte Böhle. Im Nahverkehr mache das Tarifgefälle 25 Prozent aus.

Der Verhandlungsführer der dbb-Tarifunion, Russ, plädierte für eine «lineare Lohnerhöhung, die überall wirksam wird - in den unteren wie oberen Einkommensgruppen». Im Ergebnis dürfe man nicht hinter dem zurückbleiben, was 2013 für die Beschäftigten der Länder abgeschlossen wurde. Russ: «Zudem brauchen wir eine soziale Komponente.» Es wird erwartet, dass sich auch Verdi wie bei früheren Tarifrunden für eine stärkere Anhebung der unteren Gehaltsgruppen durch einen Sockel-Betrag einsetzen wird.

«Wenn es am Verhandlungstisch nicht geht, muss man den Konflikt auf die Straße bringen», drohte Russ. In Bereichen wie Straßendienst oder Nahverkehr sei die Aktionsbereitschaft «sehr hoch». Mit einem guten Angebot könnten die Arbeitgeber diese Gefahr bannen. Zum Forderungskatalog der Gewerkschaften dürfte zudem - wie in den Vorjahren - die unbefristete Übernahme der Auszubildenden gehören.

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden erneut in Potsdam in einem Kongresshotel stattfinden. Der Auftakt der Verhandlungen wurde für den 5. März vereinbart. Die zweite Runde soll am 20. März beginnen, die dritte Runde startet am 31. März.

Schlagworte zum Thema:  TVöD, Tarifvertrag , Streik

Aktuell

Meistgelesen