27.03.2014 | TVöD Tarifrunde 2014

100-Euro-Sockel im Zentrum des Tarifstreits

Erhebliche Einkommenssteigerungen durch Sockelbetrag von 100 EUR.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein Tarifabschluss von 3,5 Prozent plus für den Öffentlichen Dienst einschließlich Nahverkehr und Flughafenservice wäre sicherlich relativ schnell zu erzielen - und läge auch im Trend aktueller Gehaltsabschlüsse in der Wirtschaft. Doch was die aktuellen Tarifverhandlungen von Arbeitgebern und Verdi und dbb-Beamtenbund so kompliziert macht, ist die 100-Euro-Sockel-Forderung plus 3,5 Prozent mehr Geld.

Mit dem Sockel würden die Gehälter in den unteren Einkommensgruppen überproportional steigen. Alle Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst von unter 2.800 Euro monatlich bekämen deutlich mehr als nur 3,5 Prozent.
Ein Beispiel: Ein Beschäftiger in der untersten Entgeltgruppe 1 (1.542 Euro monatlich) hätte bei voller Realisierung der Gewerkschaftsforderung laut Berechnung der Arbeitgeber 10,2 Prozent plus. In der obersten Entgeltgruppe 15 (6.486 Euro) wäre dies dagegen nur ein Zuwachs von 5,3 Prozent.

Gehaltssteigerung bei niedrigen Gehältern überproportional

Die Arbeitgeber fürchten, dass mit dem Sockel einfache Arbeiten zu teuer werden. Tarifexperten sehen langfristig auch einen Zusammenhang zwischen der Sockelforderung und dem von der Koalition angestrebten gesetzlichen Mindestlohn. In der untersten Entgeltgruppe (EG1) beträgt der Stundenlohn heute 9,01 Euro. Allein zur Wahrung des Gehaltsabstandes müssten hier Anhebungen erfolgen. Die Arbeitgeber haben bereits signalisiert, dass sie zu einer «sozialen Komponente» beim Abschluss bereit sind. Ein konkretes Angebot haben sie jedoch noch nicht vorgelegt.

Die Gewerkschaften fordern zudem für den Nahverkehr zusätzlich 70 Euro monatlich mehr. Die Auszubildenden sollen eine Übernahmegarantie erhalten. Zugleich streben sie einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tage für alle Altersgruppen an.

Schlagworte zum Thema:  Tarifvertrag , Gewerkschaft, TVöD, Öffentlicher Dienst

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