| Thüringen

Stellenstreichungen bei Arbeitsagenturen

Weniger Arbeitslose machen Umstrukturierungen von Thüringer Arbeitsagenturen erforderlich.
Bild: Bundesagentur für Arbeit / www.arbeitsagentur.de

Als Folge der sinkenden Arbeitslosigkeit im Freistaat baut die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihren Thüringer Außenstellen Personal ab.

Aktuell seien im Freistaat etwa 870 Frauen und Männer bei den Arbeitsagenturen beschäftigt, sagte ein Sprecher der Regionaldirektion. «Das sind 100 weniger als zwei Jahre zuvor.» Im laufenden Jahr werde die Zahl der Mitarbeiter weiter leicht zurückgehen.

Die BA ist in Thüringen mit 6 Arbeitsagenturen und 24 Dienststellen vertreten. Die Hauptagenturen sitzen in Gera, Erfurt, Gotha, Jena, Nordhausen und Suhl.

Wie viele Stellen genau die BA in diesem Jahr beziehungsweise in Zukunft in Thüringen abbauen wolle, lasse sich nicht genau beziffern, sagte der Sprecher. Das orientiere sich immer an der aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarktes, die sich nicht präzise vorhersagen lasse. «Die Zahl der Mitarbeiter wird aber nicht im Gleichklang mit der Arbeitslosigkeit abnehmen können», sagte er. Trotz insgesamt sinkender Arbeitslosigkeit steige der Anteil der Langzeitarbeitslosen leicht an. Deren Vermittlung sei schwieriger und erfordere eine hohe Betreuungsintensität. «Deshalb ist eine rechnerische Gegenüberstellung von rückläufiger Arbeitslosigkeit und Stellenentwicklung an dieser Stelle nicht zweckmäßig und hilft auch den Betroffenen nicht.»

Sinkende Zahl von Arbeitslosen in Thüringen

Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen hat sich nach Angaben der BA von etwa 210.000 Personen im Jahr 2003 auf aktuell 95.000 mehr als halbiert. Nach Angaben des Sprechers vollzieht sich der Stellenabbau bei der BA ohne Kündigungen. Vielmehr würden in den Agenturen und Jobcentern befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert oder freiwerdende Positionen nicht nachbesetzt.

Beratung von Arbeitsuchenden steht im Vordergrund

Nur vorsichtig äußerte sich der Sprecher dazu, ob die sinkende Zahl von Agenturbeschäftigten auch mit einer Schließung einzelner Standorte einhergehen könnte. «Für dieses Jahr sind solche Maßnahmen nicht geplant», sagte er. Ob dies auch für folgenden Jahre gelte, wollte er nicht sagen. Die BA passe sich den Anforderungen des regionalen Arbeitsmarkts an. Deshalb stehe bei der Beratung nicht mehr die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit im Vordergrund. Vielmehr gehe es um die Sicherung des Fachkräftenachwuchses, die individuelle Qualifizierung von Beschäftigten, die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Beratung von Arbeitgebern.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte sich vor zwei Jahren einer Strukturreform unterworfen. Dabei wurden nicht nur Verwaltungseinheiten konzentriert, um Personal einzusparen, sondern auch einzelne Agenturbezirke neu zugeschnitten. Zum Beispiel wechselte die Verantwortung für die Stadt Eisenach vom Agenturbezirk Gotha in den Agenturbezirk Suhl.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsagentur, Arbeitslosigkeit, Thüringen

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