19.10.2011 | Personal & Tarifrecht

Tarifrunde für Krankenhausärzte ohne Ergebnis

Die Ärzte an den Unikliniken könnten demnächst streiken, die Ärzte an städtischen Krankenhäusern verhandeln noch. Aber auch bei diesen Gesprächen ist keine Einigung in Sicht - die zweite Tarifrunde blieb am Dienstag ergebnislos.

Bei den Tarifverhandlungen für die 50.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern liegen die Positionen nach wie vor weit auseinander. «Es hat keine Annäherung gegeben», sagte Katja Christ, die Sprecherin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), nach dem Ende der zweiten Tarifrunde am Dienstag in Köln.

Weitere Verhandlungen geplant

Anders als bei den Unikliniken drohen aber noch keine Streiks. Man wolle auf dem Verhandlungswege zu einer Einigung kommen, betonte der Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Hans-Jörg Freese. Alle Kompromiss-Möglichkeiten müssten ausgelotet werden. Am 27. Oktober soll in Berlin weiterverhandelt werden.

Forderungen der Arbeitnehmerseite

Der Marburger Bund (MB) fordert für die Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent und eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste. Nach Darstellung der Arbeitgeber ergäbe das zusammengerechnet ein Lohnplus von 9,5 Prozent.

«Diese Forderung ist für die Krankenhäuser nicht vorstellbar», sagte Joachim Finklenburg, der Verhandlungsführer für die VKA, der Nachrichtenagentur dpa. «Unsere Spielräume sind äußerst gering. Wir haben höchstens einen Spielraum von 1,5 Prozent nach oben.» Die Ärzte hätten in der Vergangenheit bereits genug Sprünge auf Kosten anderer gemacht. «Das können wir so nicht mehr leisten», sagte Finklenburg.

MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag sagte der dpa, es gehe der Ärztegewerkschaft vor allem auch um eine bessere Regelung der belastenden Bereitschaftsdienste. Gerade viele Ärztinnen könnten wegen dieser Dienste Job und Familie nicht mehr miteinander verbinden. Sie bräuchten einen planbaren Alltag und nicht kurzfristig aufgezwungene Schichten.

Streik an Unikliniken wahrscheinlich

Die Tarifverhandlungen für 20.000 Ärzte an Unikliniken waren Ende September nach zwei Monaten gescheitert. Zurzeit läuft die Urabstimmung über Streiks, das Ergebnis soll am Freitag mitgeteilt werden. «Wir rechnen im Südwesten mit über 90 Prozent Zustimmung zu einem unbefristeten Arbeitskampf», sagte die baden-württembergische Landesgeschäftsführerin des Marburger Bunds, Sandra Bigge, am Dienstag im Kreis Esslingen. «Ich gehe davon aus, dass es hier gleich am 7. November losgeht.»

 

 

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