| Tarifrunde 2016

Warnstreiks im öffentlichen Dienst beginnen

Warnstreiks in Kitas sollen Tarifforderungen der Gewerkschaften unterstreichen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit Warnstreiks wollen die Gewerkschaften in mehreren Regionen Deutschlands ab diesem Dienstag ihren Tarifforderungen für den öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen.

So gibt es Warnstreiks und Protestaktionen bereits zum Auftakt in München und Nürnberg, außerdem in Bayern in Augsburg, Bayreuth, Marktredwitz, Regensburg und Schwandorf.

Warnstreiks sind auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geplant. So bleiben am Dienstag in der Region Leipzig mehrere Kitas in den Morgenstunden geschlossen.

VKA kritisiert die Warnstreiks

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA kritisierte die Ankündigungen als nicht nachvollziehbar. Insbesondere Kitas sollten nicht schon wieder bestreikt werden, so VKA-Präsident Thomas Böhle. Tatsächlich streikten Kita-Erzieher erst im vergangenen Jahr über Wochen. Damals ging es um die spezielle Gehaltstabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst und nicht wie jetzt um reguläre Tarifverhandlungen.

Forderungen der Gewerkschaften

Verdi und der dbb fordern für die Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab. Ein weiterer strittiger Punkt ist die betriebliche Altersversorgung in den Kommunen. Städte und Gemeinden wollen hier Leistungseinschnitte.

Die ersten Tarifgespräche waren am 21. März ohne Annäherung zu Ende gegangen. Die zweite Runde ist für den 11. und 12. April vereinbart worden.

Aktionen in Niedersachsen

Kurzfristige Aktionen sind in Niedersachsen unter anderen in Bremen, Stade sowie Stadt und Landkreis Lüneburg sowie in Bremen geplant. Am Mittwoch und Donnerstag haben die Gewerkschaften weitere Streiktage geplant, darunter in Salzgitter, Cuxhaven und Rotenburg. Betroffen sind außer den Kitas auch Entsorgungsbetriebe, Verwaltungen sowie kommunale Kliniken.

«Die Arbeitgeberseite hätte es in der Hand gehabt, die gute Arbeit der Beschäftigten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zu honorieren und ein entsprechendes Verhandlungsangebot zu unterbreiten», sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Melina Wulff. 

Warnstreiks auch in Bayern

Auch in Bayern finden Warnstreiks statt. Stadtverwaltungen und städtische Einrichtungen, Kliniken, Stadtwerke und Dienststellen des Bundes sollen betroffen sein, unter anderem in München, Nürnberg, Augsburg, Bayreuth, Regensburg und Schwandorf. Kitas beispielsweise werden aber nicht geschlossen. Die Aktionen sollen maximal einen halben Tag dauern.

«Wir wollen die Arbeitgeber schneller zu konstruktiven Verhandlungen bewegen», sagte Verdi-Vize-Landesbezirksleiter Norbert Flach.

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, Warnstreik, Öffentlicher Dienst

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