14.11.2012 | Tarifrunde 2013

Beamtenbund droht Ländern mit harter Tarifrunde

Bild: Haufe Online Redaktion

Der neue Vorsitzende des Beamtenbundes (dbb), Klaus Dauderstädt, hat den Ländern für das Frühjahr harte Tarifauseinandersetzungen angedroht.

Die Beschäftigen des öffentlichen Dienstes dürften trotz der angekündigten Sparhaushalte in den Ländern nicht von der allgemeinen Einkommensentwicklung ausgegrenzt werden, sagte Dauderstädt auf dem Gewerkschaftstag seiner Organisation am Dienstag in Berlin.

Ausdrücklich lobte Dauderstädt die 2008 von Beamtenbund und der DGB-Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vereinbarte Zusammenarbeit bei Tarifkonflikten. Nicht zuletzt das gemeinsame Auftreten beider Organisationen habe zu erfolgreichen Abschlüssen geführt. Die am Vortag vollzogene Fusion von Beamtenbund und seiner bisher selbstständigen dbb-Tarifunion werde die Schlagkraft der Gewerkschaften insgesamt weiter erhöhen.

Verdi und der dbb wollen am 11. Dezember gemeinsam ihre Forderungen für die Tarifrunde 2013 mit den Ländern beschließen. Die Verhandlungen beginnen Ende Januar in Potsdam.

Der Beamtenbund wolle dafür sorgen, dass diesmal das Tarifergebnis in allen Bundesländern ohne Abstriche auch auf den Beamtenbereich übertragen werde, sagte Dauderstädt. In Folge der Föderalismusreform gebe es bei der Beamtenbesoldung jetzt schon zwischen den einzelnen Bundesländern zu große Unterschiede. So verdiene in Berlin ein Landesbeamter 16 Prozent weniger als ein Beamter in gleicher Funktion beim Bund. Diese Unterschiede dürften nicht noch größer werden.

Der neue Vorsitzende warnte davor, angesichts knapper öffentlicher Kassen und einer alternden Bevölkerung das hohe Leistungsniveau der Verwaltung in Deutschland durch falsche Personalpolitik zu gefährden. Der öffentliche Dienst müsse ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Heute schon fehlten über 100 000 Fachkräfte - darunter 15 000 Finanzbeamte, 10 000 Polizisten, 10 000 Lehrer, Lebensmittelkontrolleure, Straßenwärter, Zöllner und auch Ingenieure. In den kommenden Jahren würden weitere 700 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gehen.

Schlagworte zum Thema:  Beamte, Beamtenbund, Tarifrecht

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