| Tarifkonflikt

Einigung im Tarifkonflikt der Seenschifffahrt

Der Warnstreik zeigte Wirkung: Im Tarifkonflikt zwischen der Bayerischen Seenschifffahrt und der Gewerkschaft Verdi hat es eine vorläufige Einigung gegeben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ausgerechnet am ersten Tag der bayerischen Schulferien blieben die Linienschiffe der weiß-blauen Flotte an Königssee und Tegernsee in ihren Bootshäusern. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt. Der Warnstreik scheint Wirkung zu zeigen: Es gibt eine vorläufige Einigung.

Im Tarifstreit zwischen der Bayerischen Seenschifffahrt und der Gewerkschaft Verdi hat es eine vorläufige Einigung gegeben. Die erzielte Abrede «ist aus unserer Sicht ein erfolgreicher Interessensausgleich», erläuterte Gewerkschaftsvertreter Norbert Flach nach der fünften Verhandlungsrunde am Dienstagabend. Die Details der Einigung wurden zunächst noch nicht bekannt. Zum einen seien sie sehr komplex, erläuterte Flach. Zum anderen sollten sie zunächst den Gewerkschaftsmitgliedern zur Abstimmung vorgelegt werden. Beide Seiten vereinbarten daher eine Erklärungsfrist bis zum 21. August.

Unterschiedliche Behandlung der Mitarbeiter verursacht Konflikte

Bei dem Tarifstreit geht es vor allem um die unterschiedliche Behandlung der Mitarbeiter. Beschäftigte, die schon seit langem bei der Bayerischen Seenschifffahrt arbeiten, fallen noch unter das Tarifrecht des öffentlichen Dienstes. Seit der Gründung der Seenschifffahrts-GmbH im Jahr 1997 würden neue Mitarbeiter nur noch mit deutlich schlechterer Bezahlung eingestellt, beklagt die Gewerkschaft. Ihre Entlohnung liege zwischen 10 und 20 Prozent unter jener der «Altbeschäftigten», wenn man neben dem reinen Entgelt auch die unterschiedliche Altersversorgung berücksichtige.

Warnstreik zu Beginn der bayerischen Schulferien gestartet

«Wir haben versucht, an vielen Stellen an den Ursprungstarifvertrag heranzukommen», erläuterte Flach. Dies sei zwar nicht in sämtlichen Punkten erreicht worden - «aber es ist ein ganz großer Schritt in diese Richtung». So seien Stufenpläne bei Sonderzuwendungen, Urlaub, Zeitzuschläge sowie neue Entgeltvereinbarungen vorgesehen.

Die fünfte Runde der Tarifverhandlungen hatte am Dienstagvormittag begonnen. Am Tag zuvor hatte Verdi mit einem ganztägigen Warnstreik den Druck erhöht: Ausgerechnet zu Beginn der Sommerferien in Bayern waren die Linienschiffe der weiß-blauen Flotte an Königssee und Tegernsee in ihren Bootshäusern liegengeblieben.

Schlagworte zum Thema:  Bayern, Tarifstreit, Schifffahrt

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