18.07.2012 | Soziale Netzwerke

Kündigung bei Kritik an Arbeitgeber?

Bild: MEV-Verlag, Germany

Eine Schmähkritik des Arbeitgebers auf Facebook kann evtl. eine Kündigung rechtfertigen.

Bei Meinungsäußerungen in sozialen Netzwerken sollten Arbeitnehmer mit Kritik an ihrem Arbeitgeber vorsichtig sein, wenn sie nicht eine Abmahnung oder Kündigung riskieren wollen.

Der Fall:

Im vorliegen Fall hatte der Ehemann einer Mitarbeiterin (Klägerin) der örtlichen Sparkasse (Beklagte), auf Facebook gepostet, dass er sein Sparschwein auf den Namen des Vorstandes dieser Sparkasse getauft habe, mit dem Zusatz „..naja, irgendwann stehen alle Schweine vor dem Metzger ...“. Zugleich veröffentlichet er eine Darstellung eines Fisches und fügte hinzu „Unser Fisch stinkt vom Kopf“. Darunter befand sich ein Button von der Mitarbeiterin der Sparkasse mit dem Kommentar „gefällt mir“. Aufgrund dessen wurde ihr fristlos, hilfsweise fristgemäß, gekündigt. Hiergegen erhob sie Klage.

 

Die Entscheidung: Kündigung war unwirksam

Die Klage hatte Erfolg. Die Kündigung war nicht wirksam. Grund hierfür ist, dass die Arbeitnehmerin bereits seit 25 Jahren bei der Sparkasse beschäftigt war und bisher alles beanstandungslos verlaufen ist. Aufgrund dessen hätte sie zunächst abgemahnt werden müssen. Zudem war nicht auszuschließen, dass der Ehemann der Arbeitnehmerin selbst den „gefällt mir“-Button gedrückt hatte.

 

Dem Urteil zu entnehmen, dass Vorsicht beim Benutzen bzw. dem Umgang mit Zugangsdaten sozialer Netzwerke geboten ist. Denn ohne die hier vorliegenden konkreten Umstände des Einzelfalls wäre auch durchaus eine außerordentliche Kündigung möglich gewesen.

ArbG Dessau, Urteil vom 21.3.2012, 1 Ca 148/11

Schlagworte zum Thema:  Kündigung, Sparkasse, Kritik, Social Media

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