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Verwaltung muss sich vor Cyber-Angriffen schützen

Bild: Haufe Online Redaktion

Sachsen will sich besser vor Cyber-Angriffen schützen und sieht Computerkriminalität als ernste Gefahr. Innenminister Markus Ulbig (CDU) berief am Montag ein Expertengremium zu diesem Thema.

Auf einer Konferenz in Dresden debattierte er mit Fachleuten aus Wirtschaft, Polizei, Rettungsdiensten und Verwaltungen über mögliche Angriffspunkte und Schutzmechanismen. «Daten sind die Ölquelle des 21. Jahrhundert», machte Arne Schönbohm, Präsident des Vereins Cyber-Sicherheitsrat Deutschland, die Begehrlichkeiten Krimineller klar. Jeden Tag gebe es bundesweit rund 30 000 Datenangriffe.

Schönbohm schilderte einen Fall, wo in den Niederlanden der Betrieb in einem Krankenhaus nach einem Hacker-Angriff zusammenbrach. Die Organisierte Kriminalität verdiene heute im Internet schon mehr als bei Drogengeschäften. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen gab es im Freistaat in Einzelfällen schon Versuche, auf das Netz der Polizei zuzugreifen. «Unser Ziel muss es sein, den Schutz der sogenannten kritischen Informationsinfrastruktur kontinuierlich zu verbessern. Der Staat und die Verwaltung müssen Vorbild sein bei der Datensicherheit», erklärte Ulbig.

Sachsen registriert wie andere Länder wachsende Fallzahlen bei der Computerkriminalität via Internet. Auch der dabei verursachte Schaden nimmt zu und lag 2011 bereits bei 2,1 Millionen Euro (2010: 1,35 Millionen Euro). Die Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus und machen sich Sorgen, dass Datendiebstahl selbst zu Erpressungen genutzt werden kann. Allerdings scheint eine völlige Sicherheit angesichts des globalen Datentransfers kaum möglich. Auf der Konferenz in Dresden wurden dazu Zahlen genannt. Demnach werden täglich weltweit 290 Milliarden E-Mails geschrieben und pro Jahr etwa 18 Milliarden Computerprogramme heruntergeladen.

Schlagworte zum Thema:  Sicherheit, Computerkriminalität, Verwaltung

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