28.11.2011 | Personal & Tarifrecht

Sachsen-Anhalt: Wieder freiwillige Altersteilzeit für Landesbedienstete

Die Landesbediensteten in Sachsen-Anhalt können ab dem nächsten Jahr mit 55 Jahren wieder freiwillig in Altersteilzeit gehen. Darauf habe sich das Land mit den beteiligten Gewerkschaften am Donnerstag geeinigt, teilte das Finanzministerium am Freitag mit.

Sachsen-Anhalt sei damit das einzige Bundesland überhaupt, in dem dieses Modell weitergeführt wird. Bundesweit war es 2009 ausgelaufen. Zudem einigten sich die Verhandlungspartner auf eine freiwillige Teilzeit für die Angestellten im Landesdienst bis 2016. Die für sie bisher geltende verpflichten Arbeitszeitverkürzung läuft Ende 2011 aus. Den Beschlüssen müssen noch die jeweiligen Gremien auf beiden Seiten der Tarifpartner zustimmen.

   Die Landesregierung hofft, mit diesen Modellen Geld zu sparen. Die jetzt auslaufende verpflichtende Arbeitszeitverkürzung für Landesbeschäftigte war 2003 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung und den Gewerkschaften vereinbart worden, um die klamme Landeskasse zu entlasten und Kündigungen zu vermeiden. Das Ende der Regel bedeutet für die Regierung jeweils etwa 32 Millionen Euro Mehrkosten für die nächsten beiden Haushaltsjahre. «Wenn jetzt zum Beispiel die Hälfte Teilzeit arbeitet, dann wären es bloß 16 Millionen Euro», sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.

   Einen Teil des gesparten Geldes will die Regierung in die Ausbildung von jungen Leute in der Verwaltung stecken. 2012 und 2013 soll der Anteil 15 Prozent, ab 2014 dann 20 Prozent des durch Teilzeit eingesparten Geldes sein.

   Das Modell der Altersteilzeit sieht vor, dass ein Arbeitnehmer am Ende des Berufslebens seine Arbeitszeit halbiert oder er weiterhin in vollem Umfang arbeitet, dann allerdings früher vom Arbeitgeber freigestellt wird. Mit der damit verbundenen Absenkung der Arbeitszeit beträgt das Gehalt dann 83 Prozent des vorigen Nettogehaltes.

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