20.01.2012 | Personal & Tarifrecht

Ausgiebige Privatnutzung des Diensthandys im Urlaub rechtfertigt fristlose Kündigung

Wer mit seinem Diensthandy im Urlaub ausgiebig privat telefoniert, muss selbst bei langjähriger Anstellung mit fristloser Kündigung rechnen.

113 Mal statt der Privat-Pin über die Dienst-Pin telefoniert. So lautete die "Verteidigung" eines Arbeitnehmes, der nach Rükkehr aus dem Urlaub eine Rechnung von 500 EUR auf dem Diensthandy hatte. Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und hielt die erfolgte Kündigung für rechtens.

 

Was war passiert?

Der Mann war mehr als 25 Jahre bei der LSG tätig. Um für Kollegen und Vorgesetzte im Dienst auf dem Rollfeld des Flughafens jederzeit erreichbar zu sein, hatte man ihm das Mobiltelefon zur Verfügung gestellt. Nach einem Urlaub erhielt die Firma von dem Netzanbieter eine Rechnung über Auslandsgespräche von mehr als 500 EUR. Zur Rede gestellt, sagte der Mitarbeiter, versehentlich die dienstliche statt die private Pin-Nummer eingegeben zu haben. Vom Gericht musste er sich aber vorhalten lassen, dies offenbar in 113 Einzelfällen verwechselt zu haben, was nicht sehr wahrscheinlich sei.

 

Ausgiebige Privatnutzung des Diensthandys rechtfertigt fristlose Kündigung

Eine ausgiebige Privatnutzung eines Diensthandys auf Kosten der Firma sei für den Arbeitgeber stets ein Grund zur fristlosen Kündigung, auch ohne Abmahnung, befand das Gericht. So hätte dem Arbeitnehmer auch ohne entsprechenden Hinweis klar sein müssen, dass die Firma Privatgespräche nicht in einem Umfang von mehreren hundert Euro akzeptieren werde. Auch könne er sich dabei nicht auf seine 25-jährige Betriebszugehörigkeit berufen. (Arbeitsgericht Frankfurt, AZ 17 Sa 153/11).

 

 

 

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