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Pakt für Hochschulnachwuchs kostet gut eine Milliarde

An Hochschulen soll eine systematische Personalentwicklung durchgeführt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Koalition wird nach der Einigung ihrer Fraktionsspitzen viel Geld in eine Personaloffensive für den Hochschulnachwuchs investieren. Nach dem Konzept der SPD ist bis 2026 mehr als eine Milliarde Euro fällig - dafür seien auch die Länder gefragt.

Nach der Einigung der schwarz-roten Fraktionsspitzen auf ein Milliarden-Paket für den wissenschaftlichen Nachwuchs an deutschen Hochschulen ab 2017 drückt die SPD aufs Tempo. In einem Eckpunktepapier für weitere Gespräche mit der Union im Bundestag und den Ländern fordern die SPD-Hochschulexperten mehr unbefristete Stellen im sogenannten wissenschaftlichen Mittelbau unterhalb der Professoren-Ebene, die Bereitstellung von Dauerstellen für längerfristige Aufgaben in Forschung und Lehre sowie verlässlichere Karriereperspektiven auf dem Weg zur Professur.

Strukturierte Personalentwicklungskonzepte

Dabei sollen Wettbewerbe für Personalentwicklungskonzepte den Hochschulen stärkere Anreize bieten, «gute Arbeitgeber zu sein», wie die SPD-Fachpolitikerin Simone Raatz am Mittwoch in Berlin sagte. Für zehn besonders engagierte Unis sollten insgesamt fünf Millionen Euro ausgelobt werden. 720 Millionen Euro wären fällig, falls - wie von der SPD gewünscht - in einem Bund-Länder-Programm «mindestens 1.500 zusätzliche Juniorprofessuren mit Tenure-Track-Option» (Dauerstelle nach mehrjähriger Bewährungszeit) finanziert würden.

Zusammen würden die SPD-Bausteine gut 1,1 Milliarden Euro kosten, hieß es. Da der Bund nach den Fraktionsplänen von Union und SPD für die Personaloffensive an den Hochschulen bis 2026 eine Milliarde Euro ausgibt, müssten auch die Länder einen «substanziellen Beitrag» leisten, sagte der SPD-Abgeordnete Ernst Dieter Rossmann. Die beiden Sozialdemokraten erwarten, dass die schwarz-rote Koalition bis zum Frühjahr 2016 ein abstimmungsfähiges Konzept entwickeln wird. Bis zum geplantem Start des «Paktes für den wissenschaftlichen Nachwuchs» in zwei Jahren gebe es also noch «genügend Vorlauf», sagte Rossmann.

Ziel: Bessere Karrierechancen und weniger Befristungen

Die geschäftsführenden Vorstände der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD hatten bei ihrer Göttinger Klausurtagung am vorigen Donnerstag beschlossen, von 2017 an in bessere Karrierechancen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu investieren.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Vorschläge. «Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten, lange und steinige Karrierewege – es ist höchste Zeit für wirksame Gegenmaßnahmen von Bund und Ländern. Der Pakt, den die SPD-Fraktion vorgeschlagen hat, könnte einen wichtigen Beitrag für die Stabilisierung von Beschäftigung und berechenbare Laufbahnen an den Hochschulen leisten», sagte der stellvertretende GEW-Chef Andreas Keller. Bund und Länder müssten «jetzt die Weichen stellen». Der Pakt solle «auf Nachhaltigkeit angelegt sein» und in der Fläche wirken.

Schlagworte zum Thema:  Universität, Hochschule, Personal

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