29.11.2012 | Öffentlicher Dienst

Gesunde Beamte in Bayern

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Es ist an der Zeit, mit alten Vorurteilen aufzuräumen! Bayerns Beamte sind weniger krank als die Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, so das Finanzministerium am Dienstag im Landtag.

Bayerns Staatsdiener strafen das Vorurteil vom faulen Beamten Lügen: Beamte und Angestellte im Dienst des Freistaats melden sich sogar etwas seltener krank als Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft, berichtete das Finanzministerium am Dienstag im Landtag. Demnach lag der durchschnittliche Krankenstand 2011 bei 3,9 Prozent - jeder Staatsdiener meldete sich im Schnitt 9,8 Tage krank. Bei der AOK Bayern liegt der durchschnittliche Krankenstand dagegen bei vier Prozent, im AOK-Bundesdurchschnitt sogar bei 4,5 Prozent. «Das Vorurteil von überdurchschnittlich hohen Fehlzeiten im öffentlichen Dienst trifft überhaupt nicht zu», sagte Ministerialdirigent Wilhelm Hüllmantel im Ausschuss für den öffentlichen Dienst. «Das Gegenteil ist der Fall.»

Allerdings gibt es Ausreißer in mehreren Ministerien und Behörden: Überdurchschnittliche Fehlzeiten meldeten unter anderem Ministerpräsident Horst Seehofers Staatskanzlei (12,3 Fehltage), Innenministerium (13,6), Finanzministerium (12,8) und die Justiz (12,3). Besonders gesund ist offenbar eine Tätigkeit in und für die Wissenschaft: Der durchschnittliche Krankenstand in Wissenschaftsministerium und Hochschulen lag 2011 bei sehr niedrigen 2,7 Prozent. Außerdem sind Staatsdiener in höheren Einkommensgruppen seltener krank als einfache Angestellte, wie Hüllmantel weiter berichtete.

Die Fachleute des Finanzministeriums fanden zudem eine weitere Erkenntnis bestätigt: Der Chef hat direkten Einfluss auf den Gesundheitszustand seiner Untergebenen. «Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang von Betriebsklima und Fehltagen», sagte Hüllmantel. «Kann der Chef seine Mitarbeiter motivieren, haben wir signifikant bessere Zahlen bei den Fehltagen.»

Schlagworte zum Thema:  Beamte, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitszeit

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