Die Lehrerversorgung der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist zum Schuljahresbeginn ausreichend. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In Mecklenburg-Vorpommern ist das neue Schuljahr nach Einschätzung von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) entspannt und ruhig angelaufen. Mit einer höheren Anzahl von Neueinstellungen als in den Vorjahren soll eventueller Mehrbedarf während des Schuljahrs abgefangen werden.

«Ich bin sehr zufrieden mit dem Start. Das war sehr geräuschlos», konstatierte die Ministerin in Schwerin. Anfang der Woche hatte für etwa 149.200 Kinder und Jugendliche im Land nach sechs Wochen Sommerferien der Schulalltag wieder begonnen.

Über 400 neue Lehrer eingestellt

Der Unterricht könne für alle Schüler planmäßig erteilt werden, betonte Hesse. Der Blick in andere Bundesländer zeige, dass dies nicht überall selbstverständlich sei. Obwohl die Besetzung von Lehrerstellen durch den wachsenden Bedarf in allen Ländern nicht einfacher geworden sei, habe Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Neueinstellungen abermals erhöht. Laut Hesse haben zum neuen Schuljahr 408 neue Lehrer ihren Schuldienst angetreten. In den Vorjahren hätten jeweils 300 bis 350 neue Lehrer begonnen.

Strategische Personalplanung soll kurzfristige Lücken schließen

Etwa ein Drittel der Neueinstellungen erfolge inzwischen vorfristig, um Stellen, die im Verlaufe des Schuljahres frei werden, rasch besetzen zu können. «Das ist strategische Personalplanung», betonte Hesse. Dazu gehöre eine frühzeitige Ausschreibung von Stellen, die bundesweite Werbekampagne für Lehrer und gezielte Informationen in den sozialen Netzwerken.

Die Resonanz bei Bewerbern auch aus anderen Bundesländern zeige, dass dies ankomme. «Wir brauchen junge Lehrer», sagte die Ministerin. Sie seien nicht nur Ersatz für die zunehmende Zahl altersbedingt ausscheidender Pädagogen, sondern mit ihrem neuen Wissen auch eine Bereicherung für jedes Kollegium. Ein wichtiges Kriterium für die Bewerbung in Mecklenburg-Vorpommern sei für junge Lehrerinnen und Lehrer sicherlich auch die Verbeamtung, erklärte Hesse.

Die Kritik der Linken an einer unzureichenden Personalausstattung der Schulen wies sie zurück. Die aktuell etwa 70 noch ausgeschriebenen Stellen seien Ausdruck eines fortlaufenden Prozesses. Allerdings räumte Hesse Gesprächsbedarf zur Lehrerausbildung an den beiden Universitäten im Land ein. Die Linke hatte moniert, dass nicht einmal die Hälfte der jährlich etwa 1.000 neuen Lehramtsstudenten ihr Studium erfolgreich abschließen. «Wir werden uns die Zahlen genau ansehen und mit den Hochschulen sprechen», sagte Hesse.

Opposition regt attraktivere Lehrerausbildung an

Die Vorsitzende der Linksfraktion, Simone Oldenburg, sieht das Land bislang nicht gewappnet, den bevorstehenden Lehrerbedarf wirklich decken zu können. «In ihrem Haushaltsentwurf ist rein gar nichts zu finden, wie der sich zuspitzende Lehrkräftemangel behoben werden soll», kritisierte sie. Anstatt auf ein «Weiter so» zu setzen, müsse die Lehrerausbildung endlich attraktiver werden. «Eine Entlastung der Referendare beim eigenverantwortlichen Unterricht und eine bessere Vergütung im Vorbereitungsdienst wären erste notwendige Schritte», so Oldenburg.

AfD-Fraktionschef Leif-Erik Holm widersprach Hesses Einschätzung von einem geräuschlosen Schulstart. Er warnte vor einem «drohenden Inklusionschaos» mit großen Unterschieden bei der sonderpädagogischen Betreuung. Zudem fehle den Stellenplanungen eine solide Basis. «Die Prognosen für die Schülerzahlentwicklung sind angesichts des ab 2018 drohenden massiven Familiennachzuges bestenfalls Fantasiezahlen», sagte Holm.

Schlagworte zum Thema:  Mecklenburg-Vorpommern, Schule, Lehrer, Einstellung

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