Die verschiedenen kulturellen Hintergründe bergen Herausforderungen für die Berliner Polizei. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Unzureichendes Bildungsniveau und Respektlosigkeit der Polizeischüler – diese und noch mehr Vorwürfe kursieren in den Nachrichten über die Situation an der Berliner Polizeiakademie. Der Berliner Polizeipräsident Kandt weist die Vorwürfe zurück.

Mangelnde Disziplin und fehlender Respekt, insbesondere durch Auszubildende mit Migrationshintergrund. Diese Vorwürfe stammen von einem Sanitäter, der in der Klasse ein Erste-Hilfe-Seminar gab. Der Berliner Polizeipräsident Kandt hat Stellung zu der Situation an der Polizeiakademie genommen.

Steigende Einstellungszahlen bei der Berliner Polizei

Die steigenden Einstellungszahlen fordern die Einstellung von Bewerbern auch auf hinteren Rangplätzen, so der Polizeipräsident. Bei geringeren Einstellungszahlen wären sie nicht eingestellt worden. Diese Bewerber weisen ein niedrigeres Leistungsniveau auf, aber hätten alle Testteile bestanden.

Einstellungskriterien: Gute Deutschkenntnisse bleiben unverzichtbar

Noch immer werden die Deutschkenntnisse durch einen Test abgefragt. Dieser besitzt absolute k.o.-Wirkung in der Gesamtwertung. Wenn die Deutschnote während der Ausbildung trotz Förderunterrichts nicht ausreichend ist, wird der Auszubildende entlassen. Fremdsprachen bringen allerdings zusätzliche Punkte.

Eine Vorstrafe ist kein Ablehnungsgrund

Das Begehen einer Straftat löse nicht automatisch eine lebenslange Nichteignung für den Polizeiberuf aus, so der Polizeipräsident. Schließlich gehe das deutsche Rechtssystem von der Möglichkeit der Besserung und positiven Persönlichkeitsveränderung aus. Die Deliktsart, das Alter zum Tatzeitpunkt und die inzwischen verstrichene Zeit sind nicht abschließende Kriterien, die Berücksichtigung finden.

Frech, dumm und disziplinlos – die Auszubildenden von heute?

Alle Auszubildenden haben den Einstellungstest bestanden und seien somit nicht dumm. Disziplinlosigkeiten kämen vor. Auch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe bergen Herausforderungen. Allerdings sei dies kein Phänomen der Polizei allein. Hier engagiert sich die Polizei mit einem Diversity-Management und hat Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeiakademie speziell dazu geschult.

Vorwurf der Unterwanderung durch kriminelle Großfamilien

Zu dem anonymen schriftlichen Vorwurf, dass kriminelle Großfamilien die Polizei unterwandern würden, äußerte sich der Polizeipräsident Kandt gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“ wie folgt: „Für mich erschöpft sich dieses Schereiben in haltlosen, diffamierenden, möglicherweise sogar strafrechtlich relevanten Bemerkungen.“

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